Radtour um den Plattensee – Tag 3

Auf der letzten Etappe meiner Radtour rund um den Balaton standen noch etwa 64 Kilometer an. Die mussten zu schaffen sein, obwohl mein schmerzender Hintern mich die Anstrengungen der letzten beiden Tage merken ließ. Nach den ersten Kilometern auf schnurgeraden Wegen, immer entlang hinter den vordersten Häusern am Seeufer, lief alles wieder rund, bis mittags wieder Gegenwind aufkam. Unglaublich, da es nun ja in die entgegengesetzte Richtung als am ersten Tag ging, könnte ich auch mal Rückenwind haben.

In Szántód fuhr ich die paar Meter zum Fähranleger,um zur Halbinsel Tihany hinüber zu blicken. Am ersten Tag führte der Radweg ja weit weg vom See auf der Halbinsel, so das ich nichts sehen konnte. Es kam auch gerade die vollbeladene Fähre von Tihany rüber.

Kurz danach kehrte ich in Siófok mitten im touristischen Treiben bei Mustafa ein. Ich bekam einen schönen Platz im Freien mit Blick auf mein Fahrrad. So konnte ich die Packtaschen dran lassen. Der Hunger war schon recht ordentlich. Ich entschied mich für ein Gyros mit griechischem Salat und Pommes. Schmeckte ausgezeichnet.

So gestärkt machte ich mich auf die letzten Kilometer. War die Strecke den ganze Tag vollkommen flach dahingegangen, erwartete mich kurz vor meinem Ziel in Balatonvilágos noch eine ordentliche Bergetappe mit um die 20% Steigung. Das gemeine ist ja, du weißt ganz genau, du darfst nicht anhalten, denn wieder anfahren oder schieben mit den beiden Packtaschen hinten drauf kannst du vergessen. Oben angekommen war ich ganz schön außer Atem, wurde dafür aber zum Abschluss mit einem tollen Blick über den See belohnt.

Gegen 16 Uhr erreichte ich wieder meinen Ausgangspunkt, das Hotel Dolce Vita in Balatonkenese, nach 219,3 gefahrenen Kilometern. Müde, aber glücklich bezog ich wieder das Zimmer, das ich schon Mittwoch hatte. Morgen noch das Auto beladen und ab gehts wieder nach Hause.

Tourübersicht

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Radtour um den Plattensee – Tag 2

Gegen 8:30 Uhr machte ich mich von meinem Quartier, der Bierapotheke in Badacsonytomaj, auf den Weg. Die morgendliche Luft war recht kühl und ich musste mich warm anziehen. Erst gegen Mittag wurde es durch die Sonne deutlich wärmer.

Zuerst ging es etwas oberhalb des Sees auf einer wenig befahrenen Straße rund um den Berg Badacsony, mitten durch große Weingärten.  Am Ende von Badacsonytördemic bog ich links ab und es ging auf einer Kopfsteinpflasterstraße nach unten Richtung See. Bis zum See kam man aber nicht, denn der Radweg führte hinter dem nächsten Vulkanhügel, dem Szigliget, vorbei.

Erst kurz nach Balatonederics näherte sich der Radweg wieder dem Seeufer und man bekam den einen oder anderen schönen Ausblick über den See.

Jetzt führte der Radweg durchwegs durch ebenes Gebiet. Die Hügel lagen hinter mir und das empfand ich schon ganz angenehm. Auch ging heute kaum Wind. Leider ist es am Plattensee wie an vielen anderen Seen auch: Die Ufer sind mit Privathäusern zugebaut und man kommt nur an einzelnen öffentlichen Stellen ans Ufer. Auch die etlichen Strandbäder nutzen wenig, denn Anfang Oktober sind sie sowieso schon geschlossen, und wäre es nicht so gewesen, bezahle ich keinen Eintritt, nur um den See sehen zu können. In Balatonfenyves gibt es einen größeren Yachthafen und eine schöne Strandpromenade, wo ich eine kleine Rast einlegte.

Ungefähr fünf Kilometer vor Fonyód fand ich eine geöffnete Strandbar, wo ich anhielt und mir etwas zu Essen kaufte. Ich kam mit einem deutschen Ehepaar ins Gespräch, die in Fonyód ein Haus besaßen und mehrere Monate im Jahr hier verbrachten. Ich erfuhr wieder einiges über Land und Leute. Auch dass der Balaton nur zwei bis drei Meter tief ist und er im Winter öfter mal zufriert, fand ich interessant. Der nahegelegene Hafen in Balatonfenyves wird wohl im Winter mit Warmwasser beheizt, damit er nicht zufriert und die Schiffe so im Wasser bleiben können. Kurios. Die Dame sprach außerdem ausgezeichnet ungarisch. Ich bewundere das, denn Ungarisch soll sehr schwer zu erlernen sein.

Nach dieser Mahlzeit machte ich mich auf die letzten Kilometer nach Balatonboglár, meinem heutigen Ziel. Nach Fonyód waren noch acht Kilometer zu bewältigen. Leider fand ich meine Ferienwohnung nicht gleich und bin so sinnlos zweimal einen Berg rauf und runter gefahren. Der Kilometerstand heute 155,7 Kilometer. Das entspricht einer Tagesetappe von 78,3 Kilometer. Damit war ich mit meinen Tagesetappen etwas im Plus, so das es morgen ein klein wenig kürzer werden könnte.

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Radtour um den Plattensee – Tag 1

An diesem Donnerstag startete ich bei herrlichem Wetter nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel um neun Uhr zu meiner Radtour um den Plattensee. Im Hotel hatte ich vereinbart, dass ich bei meiner Rückkehr noch einmal eine Nacht übernachte und so durfte ich mein Auto am versperrten und uneinsehbaren Hotelparkplatz stehen lassen. Ich ließ ja doch einige Sachen im Auto zurück.

Vor mir standen jetzt rund 220 Kilometer, die ich in drei Tagen bewältigen wollte. Da darf nicht viel passieren. Im Hotel meinten sie, das ich auch einen Tag später kommen könne, wenn es mit den drei Tagen nicht klappt.

Ich fuhr gegen den Uhrzeigerinn um den See, was ich normal nicht mache. Aber es war die Empfehlung des Tourenvorschlags vom ungarischen Tourismusamt und vielleicht hatten sie sich ja auch was gedacht dabei. Am Ende der Tour werde ich feststellen, dass es Sinn macht.

Die ersten Kilometer sind angenehm zu fahren, denn vom Hotel geht es erstmal nur bergab bis an den See. Dann eben, meist entlang der Bahngleise, bis Balatonfűzfő, dort wendet sich der Radweg nach Süden. Die Radwege sind schön und ich fahre entspannt weiter. Über Balatonalmádi, Alsóörs und Balatonfüred geht es zur Halbinsel Tihany, an deren Spitze die engste Stelle des Plattensees ist. Es geht immer wieder steile Hügel hinauf und der Wind bläst mir mit geschätzten drei bis vier Windstärken ins Gesicht. Ganz schön anstrengend.

Die älteren Radwege sind leider in einem eher schlechten Zustand. Alle paar Meter ist der Asphalt quer zur Fahrbahn gerissen und aufgehoben. Das gibt jedesmal einen ordentlichen Schlag bei 4,5 Bar Reifendruck und nur einer gefederten Vorderradgabel. Auch gibt es viele tiefere Löcher im Asphalt, so das man sehr auf die Fahrbahn achten muss. Meistens wurde vom Straßendienst zwar ein Farbkreis um die Löcher gesprüht, aber trotzdem kann man den Blick kaum von der Fahrbahn lassen.

All das zusammen, die Anstiege, der Gegenwind und die Fahrbahn machten es sehr anstrengend. So war ich dann froh, als ich mein Quartier in Badasconytomaj nach 77,4 Kilometern kurz nach 16 Uhr erreichte. Nachdem ich mein Zimmer bezogen hatte, kaufte ich mir noch ein Bier in der zugehörigen Kneipe. Hunger hatte ich keinen, denn ich hatte mir am Weg schon ein Lángos gegönnt.

Im Zimmer gab es nur ungarisches Fernsehen. Da Donnerstag war, wollte ich aber um 20:15 Uhr die Sendung quer im Bayerischen Fernsehen sehen. Ich hatte ja mein Tablet dabei, also Mediathek angesurft und dann kam die Meldung: Sie dürfen aus rechtlichen Gründen das deutsche Fernsehen im Ausland nicht sehen … ja, wie jetzt? Am Tag zuvor hatte ich im Hotel alle deutschen Sender im Fernseher sehen können. War ich da nicht im Ausland? Na, nicht mit mir, sagte ich. Über meinen VPN Client am Tablet habe ich einen Server in Frankfurt gewählt und schon konnte ich die Sendung sehen. Jetzt war ich ja für die ARD in Frankfurt. Manchmal frage ich mich schon, wie doof die eigentlich sind?

Um 21 Uhr war ich dann aber so müde, dass ich mich ins Bett verzog.

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Radtour um den Plattensee – Die Anreise

Ich fuhr von München über Salzburg, Graz und Slovenien nach Hévíz, ca. 7 Kilometer westlich vom Plattensee. Es begann schon etwas mühselig. Von München bis Salzburg gab es drei Unfälle, die mich eine gute Stunde in Staus gekostet haben. Die Idee, über Slowenien zu fahren, war auch nicht besonders gut. Für die 80 oder 90 Kilometer durch Slowenien hab ich eine Vignette für 15 Euro kaufen müssen. Das passiert mir kein zweites Mal. In Hévíz verbrachte ich meine erste Nacht in einer schönen Ferienwohnung für 27,50 Euro.

Ferienwohnung in Hévíz

Am nächsten Tag fuhr ich zum Somló, einem runden Hügel vulkanischen Ursprungs, wo ein kleines Weinbaugebiet mit vielen Weinkellereien liegt. In der Weinkellerei Tornai Pincészet in Somlójenő hab ich mir ein paar Flaschen Wein mitgenommen. Ein sehr guter Tropfen!

Somló

Das Mittagessen, Gulasch mit Nockerln, nahm ich in einem kleinen Lokal direkt neben dem sehr modern Bauwerk der Kreinbacher Sektkellerei ein. Dazu trank ich ein Glas Coca-Cola, denn in Ungarn gelten null Promille am Steuer! Im Anschluss fuhr ich wieder zurück zum Plattensee. Diesmal an das Ostende, nach Balatonkenese, von wo ich am nächsten Tag meine Radtour starten wollte. Ich nächtigte im Dolce Vita, einem sehr enpfehlenswerten kleinen Hotel in der Fő utca 36.

Burg Sümeg, in Sümeg an der 84, auf dem Weg zum Somló

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Hund & Katz

Heute hatten wir Besuch von Aris, einem der netten Hunde der nahe gelegenen Schäferei.  Meine Katze Tom ließ sich von dem Besucher nicht beeindrucken. Vorsichtig, aber selbstbewußt betrat er die Terrasse als wollte er sagen: das hier ist mein Zuhause. Angst zeigte Tom jedenfalls keine. Aris interpretiere Toms bewegten Schwanz wohl als Zeichen der Freude, sein zeitweises Wegblicken und Augenschliessen konnte der  Hund wohl kaum als Vertrauensangebot interpretieren, wie es aber gemeint war. Da er aber ruhig da lag  und nicht mit dem Schwanz wedelte, war das wohl auch für Tom ok. So beäugten sich die beiden, ließen es aber dabei bewenden. Ich glaube, dass Tom ganz froh war, als Aris wieder weg war und er sein Reich wieder für sich hatte. Zum Schluss wäre Aris noch hier eingezogen – nicht auszudenken.

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Was treibt meine Katze nachts?

Wenn die Dämmerung hereinbricht, macht sich Tom auf den Weg und kommt oft erst nach Stunden wieder. Manchmal erst im Morgengrauen. Ich hab mir Gedanken gemacht, was er so treibt. Wie weit geht er? Überquert er Straßen, die im gefährlich werden könnten? Er hat zwar Respekt vor Autos und ergreift sofort die Flucht, aber man weiß ja nie.

Aus diesen Überlegungen heraus habe ich einen kleinen GPS-Tracker gekauft. Keinen mit SIM-Karte und Telefonverbindung sondern einen, der lediglich alle zehn Sekunden den Standort aufzeichnet. Das kleine Ding wiegt nur 13 Gramm, der Akku war bei meinen Tests auch nach über acht Stunden noch nicht leer. Kommt die Katze zurück, steckt man den GPS-Tracker an den Computer und sieht sich den im .gpx-Format aufgezeichneten Weg am Computer an.

Zuerst wollte ich Tom an das Halsband gewöhnen. So lies ich es ihn erst mal zwei Tage lang ohne den GPS-Tracker tragen. Zu meinem Erstaunen hat ihn das überhaupt nicht gestört. Er hat das Halsband einfach ignoriert, so als wäre es gar nicht vorhanden. Nachdem dieser erste Test positiv verlief, bekam er am nächsten Abend den GPS-Tracker dran gepackt. Ich war sehr neugierig auf das Ergebnis. Zu meinem Erstaunen war das Gebiet, in dem er unterwegs war, sehr klein. Da er in dieser Nacht nicht sehr lange unterwegs war, habe ich das Experiment zwei Tage später wiederholt. Das Ergebnis war, obwohl er viel länger unterwegs war, sehr ähnlich.

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Der Drauradweg – Die Heimfahrt

Ich übernachtete in Klagenfurt in einem Hotel in Bahnhofsnähe. So radelte ich am Abend noch zum Bahnhof und kaufte mir eine Zugfahrkarte von Klagenfurt zurück nach Silian. Mit der S1 bis Lienz, dann umsteigen und weiter bis Silian.

Nach dem Frühstück habe ich das Rad bepackt und bin den einen Kilometer zum Bahnhof geradelt. Pünktlich um 10:02 Uhr verließ die S1 Klagenfurt. Es ging entlang des Wörther See Nordufers und ich genoß die vorbeiziehende Landschaft. Öfter sah ich Orte, an denen ich die Tage zuvor entlanggefahren war. Durch die Enge des Drautales führen natürlich Drau, Radweg, Straße und Bahn ziemlich nahe nebeneinander her. Da es eine S-Bahn ist und daher an sehr vielen Haltestellen hält, dauert die Fahrt bis Lienz gute 2,5 Studen. Das störte mich aber nicht, da ich gerne mit der Bahn fahre.

Die S1 nach dem Bahnhof Nikolsdorf

In Lienz blieben mir 13 Minuten zum Umsteigen, was dann auch gut geklappt hat. Nach einer weiteren halben Stunde Bahnfahrt erreiche ich Silian und damit den Startpunkt meiner Tour. Zurück am Auto packte ich alles ins Auto und das Rad auf den Fahrradträger, dann ging es noch gute vier Stunden zurück nach Hause. Es war eine sehr schöne Tour, auf der ich viel gesehen und erlebt habe. Zuletzt hatte ich 267 gefahrene Kilometer auf der Uhr.

Das Pustertal Richtung Lienz auf der Heimfahrt

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