Brunnen „Ehekarussell“, Nürnberg

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Entzerrervorverstärker für Plattenspieler mit Magnetsystem

Vor einiger Zeit kam ich auf die Idee, wieder einmal ein Projekt zu machen. Wie früher selbst bauen. In der Computer Zeitschrift c’t entdeckte ich einen Artikel zum Bau eines Entzerrervorverstärker für Plattenspieler mit Magnetsystem (Magnetsystem ist die Bauart des Tonabnehmers).

Der Frequenzgang des Musikmaterials für eine Schallplatte wird – anders als bei der CD – vor der Aufzeichnung ‚verfremdet‘: Die Tiefen werden abgesenkt, die Höhen angehoben. Diese Frequenz-Vorverzerrung ist als so genannte RIAA-Schneidkennlinie spezifiziert. Die erste Aufgabe eines Entzerrer-Vorverstärkers besteht darin, diesen verbogenen Frequenzganz wieder ‚auf linear‘ zurückzubiegen. Da magnetische Tonabnehmer nur 2 bis 5 mV Ausgangsspannung liefern, hebt ein Entzerrer auch den Pegel auf die Höhe eines typischen Line-Eingangs an, wie man ihn gleichermaßen an Soundkarten oder Hi-Fi-Anlagen antrifft.

Früher hatte jeder Hi-Fi-Verstärker einen Phono-Eingang. Heute trifft man sie nur noch vereinzelt in audiophil anspruchsvollen Systemen. Das ist der eine Grund zum Selbstbau, der andere ist der, dass man beim Digitalisieren einer Schallplatte schlecht beraten ist,den Kopfhörerausgang der Stereoanlage zu verwenden. Man handelt sich oft ein höchst störendes Brummen ein, auch bei hochwertigen Anlagen: Die Anordnung bildet über die Netzspannungsleitungen eine so genannte Brummschleife. Und da die maßgebliche Aufgabe eines Entzerrer-Vorverstärkers darin besteht, tiefe Frequenzen um rund das 100-fache zu verstärken, kann man diesen Störungen nur durch einen Hi-Fi-Transformator im Signalweg entkommen. Solche Trafos wiederum sind sehr teuer.

So macht es durchaus Sinn, sich einen solchen Entzerrervorverstärker zu bauen. Ich konnte im Internet das Platinenlayout auftreiben und ließ mir danach bei einem entsprechenden Anbieter die Platine herstellen. Die Bauteile besaß ich zum größten Teil, nur die beiden OP-Amps mußte ich kaufen (kosten 2 Euro für 5 Stück). Auch ein schönes Gehäuse für 7,90 € konnte ich bei einem Anbieter in China erstehen. Als alles zusammengebaut war, erfolgte der erste Test. Der Schreck war groß, als ich feststellen musste, dass der rechte Kanal tot war. Der Fehler war aber schnell gefunden. Ich hatte eine Drahtbrücke für die Spannungsversorgung übersehen. Danach lief alles gut. Ich habe noch die Ausgangspegel eingestellt, so dass beide Kanäle exakt gleich sind und danach ging es schon ins Wohnzimmer zum ersten Hörtest. Ich kann Euch sagen, der Klang ist ausgezeichnet. Der Verstärker besitzt durch den speziellen Aufbau mit zwei OP-Amps pro Kanal einen Klirrfaktor von nur 0,03% bei 20 kHZ, was hervorragend ist. Es ist auch bei voll aufgedrehtem Verstärker ohne Schallplatte dank rauscharmer Bauteile kein Rauschen zu hören. Brummen ist sowieso kein Thema, da ich das kleine Gerät mit zwei 9V Batterien betreibe. Bei einem Stromverbrauch von gerade einmal 8,5 mA halten die über 50 Stunden.

Hier noch ein paar Bilder von dem Vorverstärker:

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Reisen mit Bus und Bahn #7

Dieses Mal war Passau mein Ziel. Die Dreiflüssestadt, wo Donau, Ilz und Inn zusammenfließen. Bei Kaiserwetter startete ich um 8:30 Uhr meinen Ausflug. Die Bahnfahrt vom Hauptbahnhof München über Freising, Moosburg, Landshut, Dingolfing, Plattling, Osterhofen und Vilshofen war entspannt. Obwohl der Zug ziemlich voll war, hatte ich einen Fensterplatz ergattert. Es ist einfach schön, im Zuge zu sitzen und die vorbeiziehende Landschaft anzusehen. Man entdeckt dabei so vieles.

Schon immer hat ein weithin sichtbares Baudenkmal bei Landshut meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen: Es ist die Kirche St. Georg in Eugenbach auf dem sogenannten Kirchenberg hoch über dem Isartal. Ich notiere mir im Geiste, dies als eines meiner nächsten Ziele.

Auch das Kernkraftwerk Isar II kurz vor Dingolfing zieht meine Blicke an . Eine riesige Dampfwolke steigt aus dem Kühlturm kerzengerade in den strahlend blauen Himmel. Hier verspüre ich allerdings nicht den Wunsch, das Bauwerk zu besuchen.

Vor Passau führt die Bahnstrecke dann entlang der Donau, auf die man einen grandiosen Ausblick hat und pünktlich um 11:36 fährt der Zug im Hauptbahnhof auf Gleis 1, direkt neben der Haupthalle, ein. Mittlerweile habe ich Hunger bekommen und kaufe mir auf meinem Weg in die Fußgängerzone bei Alis Döner einen – na, was wohl? – einen Döner. Darauf habe ich heute mal richtig Lust. Das typisch gefüllte Fladenbrot schmeckt auch richtig gut und wohl gesättigt setze ich meinen Weg in die Innenstadt und zum Dreiflüsseeck durch die belebte Fußgängerzone fort. Ich freue mich über die vielen kleinen Dinge, die es zu entdecken gibt.

Die Hitze ist stark, so dass ich versuche, mich im Schatten zu halten. Nach dem Paulusbogen gehe ich an die Mauer in einem kleinen Park, von wo aus man über die Donau blicken kann. Am gegenüberliegenden Ufer entdecke ich ein interessantes Haus, das direkt an den Berg gebaut ist.

Auf meinem weiteren Weg strömen mir die Schüler des nahegelegenen Gymnasiums Leopoldinum entgegen. An den fröhlichen Gesichtern erkennt man, dass wohl gerade Unterrichtsschluss ist. Durch die Michaeligasse erreiche ich den Donaukai. Am Kai liegen zwei große Kreuzfahrtschiffe vertäut. Ein Koch bereitet an Deck gerade das Essen für die Gäste. Ganz schön luxuriös, denke ich mir.

Am Berg gegenüber zwischen Ilz und Donau thront stolz die Veste Oberhaus.

Noch ein paar Schritte und ich bin an meinem Ziel, dem Dreiflüsseeck. Ganz erstaunt bin ich, wie viel Sediment der Inn mit sich bringt. Er hat dadurch eine ganz andere Farbe als die Donau. Man kann es auf dem Bild schön erkennen. Links die Donau und rechts der Inn.

Zurück gehe ich am Ufer des Inn entlang bis zum Schaiblingsturm, von wo ich mich wieder der Stadt zuwende, um den Dom St. Stephan zu besuchen. Im Anschluß mache ich mich langsam auf den Rückweg. In einem kleinen Gasthaus, „Zweite Heimat – Burger, Bier & mia!“  in der Brunngasse bestelle ich mir einen Radler. Hoch erfreut bin ich, als ich sehe, dass das Radler von der österreichischen Brauerei Gösser ist. Und noch dazu ist es eiskalt. Ich trinke einfach zuwenig bei der Hitze und so ist meinem Radler kein langes Leben mehr beschieden. Dann, nun schon einigermaßen müde, gehe ich zurück zum Bahnhof, um gleich nach der Abfahrt des Zuges ein kleines Nickerchen zu machen.

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Mein Auto

Ich glaube, ich sollte es wieder öfter bewegen.

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Reisen mit Bus und Bahn #6

Diesmal geht es in die Berge. Mit dem Regio von München Hbf. nach Farchant, einer kleinen Ortschaft kurz vor Garmisch-Partenkirchen. Eingerahmt von den Ammergauer Alpen im Westen und dem Estergebirge im Osten beginnt in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof der Königsweg zu den Kuhfluchtfällen. Königsweg genannt, weil König Max II. am 7.7.1858 auf seinem Weg von Lindau nach Berchtesgaden die Kuhflucht besucht hat. Wir halten uns Richtung Osten und gehen durch die Mühldörfelstraße, bis wir nach links in den Kuhfluchtweg wechseln, wo wir nach ca. 100 Metern einen Parkplatz erreichen. Dort befindet sich ein Weidegatter mit Tor. Der Weg, anfangs durch Wiesen, später durch Wälder, ist gut ausgebaut und führt entlang der Kuhflucht. Die Kuhflucht ist ein Gebirgsbach, der mit wilden Kaskaden ins Tal stürzt und nördlich von Farchant in die Loisach mündet. Der Name Kuhflucht leitet sich wahrscheinlich von den Römern ab: confluctum, der Zusammenfluss dieses Baches mit der Loisach. Teilweise ist der Weg neben dem Gewässer sehr steil. Dafür wird man aber mit einem schönen überdachten Sitzplatz gegenüber den Wasserfällen belohnt, wo es sich wunderbar verweilen lässt. Auf dem Rückweg nutze ich eine Kneippanlage, die vom Wasser der Kuhflucht gespeist wird. Bei einer Lufttemperatur von 30 Grad eine angenehme Erfrischung und ein tolles Erlebnis für die müden Füße.

Nachdem wir noch unsere Trinkflasche mit dem köstlichen, kühlen und klaren Wasser der Kuhflucht gefüllt haben, geht es wieder zurück zum Bahnhof, wo wir um 16:11 Uhr den Regio zurück nach München nehmen.

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Baumwipfelpfad – Bayerischer Wald

Am Sonntag besuchten wir einen Baumwipfelpfad: Dieser Weg führt im Nationalpark Bayerischer Wald über ca. 1.300 Meter durch Höhen, die Vögeln, Eichhörnchen und Baummardern vorbehalten sind. Der Baumwipfelpfad startet am Parkplatz am Tierfreigelände im Nationalparkzentrum Lusen in der Gemeinde Neuschönau.

Nachdem wir eine erste Höhe mittels Aufzug bzw. Treppenstufen erreicht haben, erwerben wir unsere Eintrittskarten an der Kasse am Pfad und schon geht es los. Die mittels Begrenzung gesicherte Holzbeplankung auf Stelzen führt mitten durch den Wald und befindet sich in einer Höhe von 8 bis zu 25 Metern. Verschiedene Tafeln entlang des Weges erklären viel Wissenswertes über den Wald, die Bäume, ihre altersabhängigen Strukturen sowie die Bewohner. Weiterhin gibt es verschiedene Geschicklichkeitsparcours, leichte Passagen, wie man sie in Hochseilgärten findet, bei denen man durch ein Sicherheitsnetz hindurch in die Tiefe blickt. Dies ist definitiv nur etwas für Leute ohne Höhenangst.

Der Höhepunkt des Baumwipfelpfades erwartet uns aber am Ende des Weges. Es ist der 44 Meter hohe, Baumturm genannte Aussichtsturm in Form eines Eies. Der Weg nach oben erfolgt über eine 520 Meter lange, gewendelte Rampe, die im Zentrum des Eies zur Treppe wird, über die die letzte Etage zu bewältigen ist. Und dann blickt man 360 Grad in die Weite und in alle vier Himmelsrichtungen. Die Aussicht von hier oben ist einfach überwältigend.

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Reisen mit Bus und Bahn #5

Nürnberg war mein Ziel diese Woche. Ich bin bestimmt schon dutzende Male mit dem Auto an Nürnberg vorbeigefahren, trotzdem war ich noch nie in der Stadt selbst. Der Regionalexpress fährt von München Hauptbahnhof über Petershausen, Allershausen nach Ingolstadt. Dort ist erst einmal Umsteigen angesagt. Trotz der fünf Minuten Verspätung erreiche ich den Anschlusszug nach Nürnberg problemlos. Pünktlich um 10:48 Uhr entsteige ich dem Zug am Nürnberger Hauptbahnhof. Ich bin erst mal erstaunt über die Größe des Bahnhofs. Täglich frequentieren rund 180.000 Reisende den Bahnhof und über 700 Züge des Personenfern- und Regionalverkehrs halten hier. Die Bahnhofshallen gleichen eher einer Einkaufsmeile denn einem Bahnhof.

Unterirdisch passiere ich die Straße vor dem Bahnhof und stehe sogleich vor dem Frauentorturm in der Königstraße. Hier in der Fußgängerzone tobt das pralle Leben. Unzählige Lokale laden auf meinem Weg zur Lorenzkirche zum Verweilen ein. Ich will aber zuerst einmal viel sehen. Hier steht ein historisches Gebäude neben dem anderen. Mauthalle, Zeughaus, Nassauer Haus… Als erstes besichtige ich die Lorenzkirche. Ein mächtiger Sakralbau, dessen Größe und Höhe mich beeindruckt. Man findet darin aber auch beschauliche Ecken zum stillen Verweilen.

Ich folge der Königstraße Richtung Hauptmarkt. Auf der Museumsbrücke überquere ich die Pegnitz und bewundere das Heilig-Geist-Spital zu meiner Rechten.

Heilig-Geist-Spital

Nach kurzem Weg erreiche ich den Hauptmarkt und besichtige die Frauenkirche, deren Portal die Ostseite des Hauptmarktes begrenzt. Ich habe Glück, denn es beginnt gerade eine Führung und so erfahre ich viel Wissenswertes über die Kirche, unter anderem dass sie an dem Ort der beim Pestpogrom im Jahre 1349 zerstörten Synagoge erbaut wurde. Deshalb befindet sich auch ein in Stein eingelassener Judenstern vor dem Tucheraltar. Auftraggeber zur Erbauung der Kirche war Kaiser Karl IV.

Jetzt bekomme ich langsam Hunger. Da kommt mir das sehr gut besuchte Bratwursthäusle auf dem Weg zur Kaiserburg gerade recht. Mit Glück ergattere ich noch einen Platz und bestelle mir sechs Nürnberger Bratwürstel mit Sauerkraut und einen Radler dazu. Schmeckt alles sehr gut, die Bedienung ist freundlich und so genieße ich mein Mittagsmahl.

Bratwursthäusle

Gestärkt trete ich den Weg zur Kaiserburg an. Es geht sehr steil bergan, aber oben angekommen werde ich mit einem grandiosen Blick über die Stadt belohnt.

Blick nach Süden

Ein wichtiger Punkt meines Besuchs liegt noch vor mir und befindet sich gleich unterhalb der Burg: Das Dürer-Haus. Als Bewunderer von Albrecht Dürer muss ich das sehen.

Nachdem Besuch beim Dürer-Haus mache ich mich auf den Rückweg. Zuerst runter zur Pegnitz, die ich diesmal über die Karlsbrücke quere. Am Trödelmarkt geht es rechts zu meinem nächsten Ziel, dem Henkerhaus, das jedoch heute leider geschlossen ist. Wer am Wochenende in Nürnberg ist, kann die frühere Dienstwohnung auch von innen anschauen. Ich muss mich heute mit der Außenansicht begnügen und  mache mir dabei den ein oder anderen gruseligen Gedanken zum Henker der Reichsstadt Nürnberg, Franz Schmidt.

Ein bisschen Zeit bleibt mir noch und so beschließe ich, noch zum weißen Turm zu gehen. Der davor gelegene Brunnen mit dem Namen „Ehekarussell“ begeistert mich. Welch tolle Kunstwerke es doch gibt.

Um 17:10 Uhr fährt der Regionalexpress, der mich diesmal ohne Umsteigen zurück nach München bringt. Kurz vor 20 Uhr bin ich dann wieder daheim. Gerade noch rechtzeitig, um auf eine Geburtstagsfeier in der Nähe zu gehen.

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