Reise an den Neusiedler See in Österreich

Am 24.5. fuhr ich für ein paar Tage mit dem Fahrrad an den Neusiedler See in Österreich. Quartier  bezog ich in Levél in Ungarn, ca. 7 Kilometer nach der Grenze im Hotel Heléna. Das Hotel ist preisgünstig und hat ein Spa mit Sauna, Fitnessraum und einem Jacuzzi. Auch gibt es ein kleines Restaurant, in dem man zu Abend essen kann.

Lackentour

An meinem ersten Tag nach der Anreise entschied ich mich für die Lackentour. Diese startet in Podersdorf  am Neusiedler See. Podersdorf ist mir aus meiner Kindheit in guter Erinnerung, denn dahin machten wir viele Ausflüge. Ich habe sogar noch ein Foto von 1958 gefunden, es zeigt meine Mutter und unser Auto am Strand südlich von Podersdorf:

Die Tour ist mit der Nummer B20 beschildert und führt zuerst einmal mitten durch endlose Felder. Hier werden Kartoffeln und Getreide in großen Mengen angebaut.

Bald erreichte ich den Zicksee. Hier gibt es Camping, Bungalows und eine schönen Strand. Die Graugänse mit ihren Jungen begeistern mich.

Weiter ging es in einer wunderbaren Landschaft entlang weiterer größerer und kleinerer Lacken (Lacke ist österr. Dialekt und bedeutet Pfütze, in diesem Fall kleines Gewässer). Ich konnte viele Tiere beobachten. Ich folgte nicht immer genau dem Radweg B20, sondert radelte z.B. entlang der Langen Lacke, wo immer wieder kleine Aussichtswarten zur Vogelbeobachtung stehen. Einmal kreuzte ein Hase meinen Weg, dann stand ein Reiher abseits in einer Wiese. Aber auch ein Storch am Wegesrand ließ sich von mir kaum stören. Erst als ich abstieg und meinen Fotoapparat rausholte, zog er es vor, ein paar Meter weiter zu fliegen.

Die letzten Kilometer zurück nach Podersdorf führten mich vorbei am Oberer Stinkersee, den Ortsteil Hölle von Illmitz und einer hohen Aussichtswarte, welche ich bestieg.

Am Ende war ich 42 Kilometer geradelt.

Kirschblütentour

Am Samstag stand die Kirschblütentour auf meinem Programm. Die Kirschblüte ist zwar schon vorbei, war aber namensgebend für diese Radroute. Der Radweg ist mit der Bezeichnung B12 ausgeschildert und beinhaltet ein paar knackige Anstiege. Beginnend in Jois führt der Weg am Fuße des Leithagebirges entlang der Orte Breitenbrunn und Purbach nach Donnerskirchen Richtung Süden. Das Leithagebirge mit seiner höchsten Erhebung von 484 m ist ein Ausläufer der Alpen und für seinen Kalkstein bekannt. Der Rückweg führt dann fast parallel entlang der Bahnstrecke und damit näher am See.

Auch diese Tour war wieder etwas über 40 Kilometer.

Eigentlich wollte ich noch den Neusiedler See umrunden. Da hier aber fast immer ein strammer Wind weht und man damit einen Teil der Tour gegenanradelt, habe ich darauf verzichtet und den Sonntagvormittag den Spa-Bereich des Hotels genossen, um am  Nachmittag einen langjährigen Freund in Jois zu besuchen. Am Montag ging es dann wieder zurück nach Hause.

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Radtour Abensberg, Weltenburg, Kelheim

Auf die Tour aufmerksam wurde ich zuerst durch das Buch „Rad-Wanderführer München und westliches Umland“ aus dem Deutschen Wanderverlag. Dann fand ich die fast identische Tour bei outdooractive, herausgegeben vom Tourismusverband im Landkreis Kelheim e.V. Ich kombinierte die beiden Touren und stellte so die mir ideal erscheinende Route zusammen.

Wir parkten das Auto in der Nähe des Kuchlbauer Turms bei der Brauerei zum Kuchlbauer. Da man den Turm schon von weitem sehen kann, sollte er mir die Navigation bei der Rückkehr erleichtern. Von dort ging es auf einem sehr guten Radweg entlang der KEH7 über Sandharlanden nach Eining. Im Ort bogen wir links ab und waren kurz danach an der Donau. Dort führt nun ein nicht asphaltierter Radweg (Via Raetica) entlang dem Donauufer nach Weltenburg. In Weltenburg über den Parkplatz und dann links zum Benedikterkloster und zur Klosterschenke Weltenburg. Es war Mittagszeit, als wir einkehrten. Ich gönnte mir ein dunkles Bier und ein saures Lüngerl mit Semmelknödel im Schatten der schönen Bäume im Biergarten. Im Anschluss war es nicht leicht, sich wieder auf den Weg zu machen, denn die Beine waren ob des guten Essens und Trinkens schwer geworden. Aber es waren nur 400 Meter bis zur Schiffsanlegestelle, denn wir wollten von hier nach Kehlheim mit dem Schiff durch den Donaudurchbruch fahren. So ersparten wir uns die Steigungen auf diesem Wegabschnitt und hatten auch noch ein sehr schönes Erlebnis.

In Kelheim selbst fuhren wir von der Schiffsanlegestelle über die Brücke und dann entlang der vielbefahrenen St2230 an der Donau entlang Richtung Affecking. Dann nahmen wir die Abensberger Straße, um nicht über Obersaal fahren zu müssen. Es gibt da keinen Fahrradweg und die Straße ist viel befahren, nicht sehr angenehm, aber nach ca. 1,6 Kilometern geht es unter der B16 durch und schlagartig findet man sich wieder auf einem sehr schönen Fahrradweg, ab von jeglichem Straßenlärm. Jetzt geht es zwischen den Feldern zurück nach Abensberg. In Abensberg angekommen fahren wir einfach entlang der Bahngleise, nach dem Bahnhof links in die Bahnhofstraße und nach 34 Kilometern sind wir wieder zurück am Auto.

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Klangregler/Vorverstärker mit Röhren

Heute wird es ein bisschen technisch. Ich habe wieder ein Projekt im Bereich Elektronik verwirklicht und einen Klangregler/Vorverstärker mit Röhren entwickelt und gebaut. Zum einen war der Wunsch vorhanden, wieder einmal etwas selbst zu entwickeln und zu bauen, zum anderen wollte ich mich davon überzeugen, dass ein Vorverstärker mit Röhren wirklich einen so tollen Klang hat.

Begonnen hat es mit der Suche nach einer geeigneten Schaltung, vorausgesetzt habe ich als Röhren ECC83 (12AX7) und als Klangregelnetzwerk einen Kuhschwanzfilter (der Name leitet sich ab vom Aussehen der Frequenzgangcharakteristik, die die Form eines Kuhschwanzes hat). Nach längerem Suchen wurde ich fündig, es war eine alte Schaltung aus dem Tube-Manual von RCA.

Im Anschluß habe ich die Schaltung in einer Simulationssoftware (LTSpice) ausgiebig getestet, ob die Werte auch so sind, wie ich es erwartete. Die Ergebnisse waren sehr gut, hier die Durchlaßkurven für den Bereich von 20 Hz bis 20 kHz:

Auch das Verhalten mit einem Rechtecksignal war hervorragend in der Simulation:

Rechtecksignal

Da die Ergebnisse in der Simulation ausgezeichnet waren, machte ich mich an die tatsächliche Umsetzung. Als erstes musste die Printplatte entworfen werden:

Diese ließ ich anfertigen. In der Zwischenzeit besorgte ich die Bauteile, die ich nicht hatte. Die Idee für die Spannungsversorgung war, nur ein kleines handelsübliches Steckernetzteil mit 12 Volt zu verwenden. Bei der ECC83 sind die Heizfäden der Doppeltriode in Serie geschaltet, sodass ich sie mit den 12 Volt direkt betreiben konnte. Die Röhren benötigen aber auch eine Anodenspannung von 250 Volt. Da hatte ich eine besondere Idee. Ich kaufte bei ebay in China einen DC-DC Step-up Wandler. Das nur ca. 5 x 4 cm große Platinchen erzeugt aus 12 Volt die benötigten 250 Volt. Einfach genial, kein riesiger Netztransformator etc., der kleine Wandler sollte es machen. Als Gehäuse fand ich im Keller noch ein ganz hübsches Teil, das da schon gute 25 Jahre rumlag. War von der Größe nicht ganz ideal, aber Gehäuse sind teuer und genau die Größe, die man möchte, findet man meist sowieso nicht.

Auf den Bildern fehlen noch die Drehknöpfe, da bin ich noch auf der Suche.

Der Klang des Vorverstärkers ist atemberaubend. Er übertrifft alle meine Erwartungen. Die Musik kommt glasklar rüber, man kann jedes einzelne Instrument heraushören. Über den Vorverstärker klingen sogar die mp3 vom Sony Walkman gut. Der Aufwand hat sich also gelohnt. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber die Röhren klingen einfach unglaublich gut.

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Radtour rund um den Lipno-Stausee, Tschechien

Dieses Mal ging es nach Böhmen an den Lipno-Stausee. Ich hatte mir schon vor der Anreise ein Zimmer für zwei Nächte in einer Pension gebucht. Ich fuhr am Freitagmittag mit dem Auto inkl. Rad von daheim los. Über die A9 und die A92 nach Deggendorf und dann weiter über die A3 Richtung Passau. Ca. 20 km vor Passau, bei Renholding, nahm ich die Ausfahrt 114 Richtung Aicha vorm Wald, Freyung. Nun ging es auf der Staatsstraße durch die herrliche Landschaft des Bayerischen Waldes. In Heldengut, kurz vor der tschechischen Grenze, hielt ich an einer Metzgerei und kaufte mir zwei Semmeln. Eine mit Leberkäse und eine mit dünn geschnittenem Geräuchertem, das ich vorher probieren durfte. Der Preis von 2,50 € ist fast nicht zu glauben für jemand, der in der Nähe von München lebt. In Tschechien ging es weiter auf der gut ausgebauten B12, die jetzt 4 heißt. Nach sechs Kilometern bog ich rechts ab auf die 39, die mich zu meinem Ziel, Frymburk am Lipno-Stausee brachte. Meine Pension lag vier Kilometer außerhalb, in Blatná.

Es war eine kleine private Pension, mit Namen U Račáků. Mein Zimmer war einfach, aber sauber und es gab sogar einen Kühlschrank und einen kleinen Fernseher. Für 17 € die Nacht kann man nicht meckern. Ich erkundete noch ein wenig die Gegend mit dem Auto, denn morgen sollte es ja mit dem Rad losgehen.

Am Samstag, gut ausgeschlafen, startete ich kurz nach acht Uhr zu meiner Seeumrundung. Mit dem Auto fuhr ich nach Frymburk, wo ich hinter der Kirche parkte und mein Rad ablud. Jetzt noch Fotoapparat, Tablet, Geld, Müsli-Riegel und Getränk in den Fahrradkorb gepackt, Mütze und Sonnenbrille aufgesetzt und es konnte losgehen. Gleich unterhalb der Kirche, beim Fähranleger führt der Rundweg vorbei. Die Morgenluft war herrlich und der See noch ganz ruhig, kein Windhauch war zu spüren.

Stausee und Frymburk am Morgen

Die ersten knapp 10 Kilometer Richtung Süden und Südosten waren schnell geschafft. Ich überquerte die Kraftwerks-Staumauer (wer sich für das Kraftwerk und die Geschichte des Stausees interessiert, dem sei dieser Link empfohlen), um ans andere Ufer zu gelangen, von wo es jetzt weiter in nordöstliche Richtung ging. Ich hielt immer wieder an schönen Plätzen an, um den Anblick des Sees zu genießen. Die rechte Seite war während des Kommunismus in der Tschechoslowakei wegen ihrer Grenznähe zu Österreich militärisches Sperrgebiet. Nach der Wende 1989 wurde das Sperrgebiet 1991 aufgelöst und das Gebiet touristisch erschlossen. So gesehen erwies sich das Sperrgebiet als Glücksfaktor für die heutige Nutzung, da dort die kaum berührte Natur sehr gut erhalten ist.

Je weiter ich nach Norden kam, desto hügeliger wurde der Weg. Teilweise war der Weg ein ganzes Stück vom See entfernt. Dafür ging es durch schier endlose Wälder, in denen es nach frisch geschnittenem Holz duftete. Einmal hatte ich an einer Kreuzung den falschen Weg genommen. Als nach ca. zwei Kilometern ein Schild mit der Aufschrift „Republik Österreich“ auftauchte, wurde ich stutzig und befragte erst mal das Navi auf meinem Tablet. Der Fehler war sofort klar und ich fuhr wieder zurück, um den richtigen Weg zu nehmen. Vier Kilometer zusätzlich, aber was soll’s. Gegen 13:15 Uhr erreichte ich den Fähranleger in Bližší Lhota, von wo aus mich die Fähre ans andere Ufer nach Horní Planá bringen sollte. Der Preis für die Überfahrt war fair. 15 Kronen für die Person und 15 Kronen für das Fahrrad, umgerechnet 1,20 € zusammen. Den kleinen Rest des Stausees im Norden wollte ich mir schenken. Außerdem machte sich leichter Hunger bemerkbar. In Horní Planá angekommen bemerkte ich das hier ein ganz neuer Radweg direkt am Ufer gebaut wurde.

neuer Radweg

Nach kurzer Strecke kam ich an einem kleinen Wirtshaus vorbei, das sehr einladend aussah. Auf der kleinen Terasse mit Blick auf den See bestellte ich mir eine Gulaschsuppe und ein großes Bier. Die Gulaschsuppe mit zwei Scheiben Brot dazu schmeckte ausgezeichnet und der Preis von vier Euro für alles zusammen war auch sehr gut.

So gestärkt, oder sollte ich eher sagen träge, machte ich mich auf den Weg zurück. Hier ging es jetzt meist auf Fahrradwegen entlang der Straße bzw. direkt auf der Straße durch sehr hügeliges Gelände und ich war froh als ich mit 64 Kilometern auf der Uhr wieder an der Kirche in Frymburk ankam.

Am Abend ging ich in das Lokal „Big Pub“ am Hauptplatz, wo ich mir drei Bier und eine Pizza gönnte, alles zusammen für 9,70 €. Bald darauf war ich in meinem Zimmer und schlief tief und fest. Am nächsten Morgen machte ich mich kurz nach acht Uhr wieder auf den Heimweg.

 

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Eine Katze wird erwachsen

Tom ist am letzten Sonntag acht Monate alt geworden. Als er 9 Wochen war, kam er zu uns. Es ist unglaublich, die Entwicklung vom Baby mit den blauen Augen zur fast erwachsenen Katze mitzuerleben. Wie er sich in der Zeit verändert hat, eine Entwicklung, die der menschlichen Entwicklung nicht unähnlich ist. Zuerst das neue Zuhause erkunden. Alles und jedes musste untersucht werden. Katzen sind sehr neugierig. Da blieb es auch nicht aus, dass er mal in die volle Badewanne gefallen ist. Auch die Toilette musste erkundet werden, nichts war vor ihm sicher. Die ersten sieben Wochen bei uns musste er in der Wohnung bleiben,  um sich an seine neue Umgebung zu gewöhnen und sie als sein Zuhause anzusehen. Kurz vor Weihnachten wurde er zum Freigänger. Jetzt ging es daran, die nähere und weitere Umgebung zu erkunden, die Nachbarskatzen (bei uns gibt es viele Katzen) kennen zu lernen, aber auch die Gefahren zu umgehen wie Autos. Vor denen hat er richtig Angst und das ist auch gut so. Seine Ausflüge dauern jetzt auch schon mal zwei Stunden und ich habe gehört, wo er überall schon mal gesehen wurde.

Auch sein Spielen hat sich verändert. Jagte er anfangs allem hinterher, wurde er mit der Zeit ruhiger und bedächtiger in seinem Spiel. Die Angel, die ihn anfangs so fasziniert hatte, sieht er jetzt nicht einmal mehr an. Er spielt jetzt am liebsten mit kleinen Filzbällchen, die ich für ihn gekauft habe. Geblieben ist sein erstes Spielzeug: eine graue Stoffmaus von IKEA. Die liebt er heute noch. Die geben wir ihm sogar zum Tierarzt mit. So auch gestern, als er kastriert und gechipt wurde. Das hat er gut überstanden und ist heute schon wieder voll fit und am Rumtoben.

Jetzt wird es nicht mehr lange dauern, bis er erwachsen ist. Er macht uns viel Freude.

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Radtour durch das Markt Schwabener Moos

Heute ging es mal in der Nähe durch das Markt Schwabener Moos. Mit dem Auto fuhren wir auf den Parkplatz des Wildparks Poing. Von dort starteten wir unsere Tour entlang der S-Bahn Strecke Richtung Markt Schwaben. Ein kurzes Hindernis erwartete uns schon kurz nach dem Wildpark. Eine große Maschine sortierte gerade Bäume von einem Hänger an den Waldrand und blockierte den gesamten Weg. Wir mussten absteigen und unsere Räder mühsam vorbeischieben. Wenigstens hörte der Arbeiter in der Zeit auf, die Bäume abzuladen. In Markt Schwaben wählten wir an der Kirche die falsche Richtung. Als ich am Ortsende den Friedhof, an dem wir eigentlich rechts abbiegen wollten, noch nicht entdeckt hatte, befragte ich mal kurz mein Navi. Alles klar, wieder zurück zur Kirche und die richtige Straße genommen und schon hatten wir auch den Friedhof gefunden und sind da dann rechts abgebogen. Noch ein kurzes Stück Weg und wir erreichten die Sempt an der Hanslmühle. Hier entstand dieses romantische Bild:

Weiter ging es Richtung Süden. Dann entlang der Autobahn, nachdem wir diese überquert hatten, entlang des Ebersberger Forstes nach Anzing. Von dort wieder Richtung Norden zurück nach Poing. Diesen Teil des Weges fand ich weniger schön, um so schöner dafür den Teil bei der Sempt. Zum Schluß hatten wir doch 25 km auf der Uhr, was ja auch nicht schlecht war.

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Prag II – 11.4. – Tag 3

Für diesen Tag hatte ich mir vorgenommen, endlich einmal den Fernsehturm zu besichtigen. Ich fuhr von der Haltestelle Albertov mit der 24 bis zur Haltestelle Lazarská, wo ich in die Linie 9 umstieg, mit der ich zur Haltestelle Lipanská fuhr. Von dort ist es noch ein Fußweg von 800 Meter bis zum Fernsehturm, streckenweise aber steil bergauf. Prag ist sehr hügelig, mehr noch als Rom, finde ich. An der letzten Ecke kam ich an einem Gasthaus vorbei, aus dem es sehr gut duftete und das gerade einige Arbeiter betraten. Alles in allem ein gutes Zeichen. Vielleicht etwas für den Rückweg, dachte ich mir.

Prags Fernsehturm hat eine Gesamthöhe von 216 Metern. Es ist das höchste Gebäude und auch die höchste Aussichtsplattform in Tschechien und wurde von 1985 – 1992 gebaut. Der Bau wurde von VirtualTourist.com zum zweithässlichsten Gebäude der Welt gewählt. Über Geschmack kann man ja bekanntlich köstlich streiten, aber auch die Prager selbst sind nicht alle glücklich mit dem Bauwerk.

In den unteren Außenkabinen befindet sich ein Restaurant, in den mittleren die Aussichtsplattform, zu der ich hochfuhr. Man hat wirklich einen schönen Rundblick über die Stadt. In den Kabinen finden sich Sitzgelegenheiten, sodass man den Ausblick in Ruhe genießen kann. Ich hatte Glück mit dem Wetter; wenig Dunst in der Luft ermöglichte eine gute Fernsicht.

Am Weg zurück konnte ich an dem Gasthaus U Mariánského obrazu nicht vorbeigehen. Ein richtig schönes Gasthaus. Ich bestellte mir ein Rindsgulasch mit Knödeln. Eine ausgezeichnete Wahl hatte ich da getroffen. Für 100 Kronen ( 4 Euro ) wurde ich ordentlich satt und es hat auch ausgezeichnet geschmeckt. Statt einem guten Bier habe ich leider nur eine Cola dazu getrunken, ich hatte ja noch einiges vor und da konnte ich Müdigkeit und schwere Beine nicht gebrauchen.

Kafka Museum

Ich schlenderte wieder zurück zur Straßenbahnhaltestelle, nahm diesmal aber die Linie 15 um zur Haltestelle Malostranská zu gelangen. Die fährt schön durch die Stadt und zum Schluss noch zwei lange Stationen an der Moldau lang. Von der Haltestelle aus ging ich Richtung Karlsbrücke. Auf halben Weg kommt man am Franz Kafka Museum in der vorbei, welches ich besuchte. Es ist alles sehr düster gehalten, teilweise kann man die Exponate kaum erkennen. Ein Besucher hantierte sogar mit seinem Handylicht um etwas erkennen zu können. War nicht so ganz mein Ding, aber als Kafka Fan musste ich die Ausstellung sehen.

Weiter ging es unter der Karlsbrücke durch auf die Kampa. Kampa ist eine 2,65 ha große Insel in der Moldau. Sie wird im Westen durch den künstlichen Seitenkanal Čertovka (Teufelsbach) von der Prager Kleinseite getrennt. Kampa ist eine künstliche Insel, die entstand, als die Čertovka angelegt wurde, die viele Jahrhunderte als Mühlbach genutzt wurde. Heute existieren noch zwei hölzerne Mühlen. Das große Mühlenrad gehörte der ehemaligen Großprior-Mühle und stammt vermutlich aus dem Jahr 1400. Ich setzte mich auf eine Bank am Ufer und genoss den herrlichen Blick auf die Karlsbrücke und die Altstädter Seite.

Den Abend lies ich bei einem guten Bier am Moldauufer ausklingen. Es ist heute mein letzter Tag, morgen geht es leider wieder nach Hause.

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