Meine ersten drei Wochen

Hallo, ich bin’s wieder, Tom. Heute sind es drei Wochen, seit ich in mein neues Zuhause eingezogen bin. Waren ganz schön aufregend, diese drei Wochen. Ich hab viel lernen müssen, aber ich fühle mich unglaublich wohl hier.

Zuerst musste ich lernen, auf ein Katzenklo zu gehen und dass ein leerer Korb im Wohnzimmer oder irgendwo sonst kein Katzenklo ist. Auch hab ich zu Beginn im Schlafzimmer meiner Menschen auf die Bettdecke gepinkelt und das nicht nur einmal. Ich wurde ermahnt und ausgesperrt, drei oder vier Nächte durfte ich mich nur in der Küche, dem Vorzimmer und dem Badezimmer aufhalten. Danach durfte ich wieder ins Schlafzimmer und habe seitdem auch nichts mehr angestellt.

Letzte Woche Montag ist dann was ganz seltsames passiert. Sie haben mich in meinen Transportkorb gepackt und sind mit mir losgefahren. Zu einem Tierarzt. Das war vielleicht aufregend: In dem Raum, wo wir gewartet haben, waren Hunde und auch andere Katzen. Die Situation war schon komisch. Nach einiger Zeit ging es dann in den Behandlungsraum. Eine Dame hat mich festgehalten und der Tierarzt hat an mir rumgefummelt. Er hat festgestellt, dass meine Ohren voller Milben wären und Flöhe hätte ich auch. Außerdem tränen meine Augen und deswegen hab ich den Schorf an der Nase. Dann gings los. Der Tierarzt hat mir irgend so ein Zeug in die Ohren geschmiert und mit einem Ding herumgeprokelt, um sie zu reinigen. Diese Salbe hat den Milben den Garaus gemacht, aber in ihrem Todeskampf haben die mich gebissen, als wollten sie mich mit auf ihre letzte Reise nehmen. Als nächstes gab es eine Tinktur aufs Fell, die sollte die Flöhe vertreiben. Schlimm war auch die Behandlung meiner Augen. Dazu hat der Tierarzt mir die Salbentube fast ins Auge gedrückt, wenig angenehm, wenn man dann mit eisernem Griff festgehalten wird und nicht weg kann.

Schon kurz nach der Behandlung habe ich gemerkt, wie gut die Tortur doch war. Das Jucken und Zwicken war weg. Auch der Schorf ist schnell abgefallen. Da konnte ich gleich nochmal soviel rumtoben als vorher.

Zugenommen hab ich auch ordentlich. 100 Gramm in den letzten fünf Tagen. Wenn das so weiter geht, bin ich bald eine ganz große Katze. Auch meine blauen Augen verliere ich gerade. Vermutlich bekomme ich so bernsteinfarbene wie meine älteren Brüder. Na egal, ich muss es nehmen, wie es kommt. Aber jetzt werde ich gerade wieder müde, ich glaube, ich muss noch ne Runde schlafen…

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Gestatten, Tom!

Es war ein Montag, genau gesagt der 23. Oktober, als sich mein junges Leben von jetzt auf gleich komplett geändert hat. An diesem Tag bin ich bei Gerhard und Sabine eingezogen. Geboren wurde ich am 15. August auf einem Bauernhof in Frauenvils (Bayern). Mein vollständiger Name ist eigentlich Tom Brummer von Frauenvils, aber sie rufen mich einfach nur Tom. Hören tu ich darauf sowieso nicht, das wäre ja noch schöner, schließlich bin ich eine Katze. Aber wenn ich ein bestimmtes Klackern höre, komme ich sofort gelaufen, dann gibt es nämlich Futter.

Da es mir hier sehr gut geht – sie tun ja alles dafür, dass es mir an nichts fehlt – vermisse ich den Bauernhof und meine Verwandten überhaupt nicht. Ich fühle mich wie ein König. Alles gehört hier mir und nichts muss ich teilen. Spielzeug und Fressen – nur für mich.

Zugegeben, am Anfang war es ein bisschen ungewohnt. Schwierig sogar, denn ich musste lernen, meine Geschäfte in so eine mit Streu gefüllte Schüssel  zu machen, das fand ich erst total seltsam. Bisher hatte ich gemacht, wo es mir gefiel. Das habe ich in meinem neuen Zuhause auch versucht, aber meine Menschen fanden das nicht gut. Immer und immer wieder haben sie darauf gedrungen, dass ich dieses Katzenklo benutze. Am Ende hat es drei Tage gedauert, bis ich es kapiert habe, dass mir diese Sache dauerhaft nicht erspart bleibt.

Auch darf ich nicht überall hin, wo ich will. Nicht nur das Herumlaufen, auch das Betreten der Tische ist strikt verboten. Meine Krallen darf ich auch nicht überall wetzen. Aber es gibt einige Stellen, wo ich kratzen darf, und so kann ich mich damit arrangieren.

Meinen Tagesablauf kann ich mit einfachen Worten beschreiben: Spielen, Beschmust werden, Fressen, Schlafen. Danach geht es wieder von neuem los. Nachts darf ich sogar – erste Klasse! – auf der Bettdecke bei den Füßen schlafen, obwohl meine persönliche Dienerin erst strikt dagegen war, aber mit meinem Schnurren und betörenden Blicken habe ich ihre Meinung schnell umgedreht. Ich bin halt extrasüß, sagt sie, und  unwiderstehlich.

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Radtour von Passau nach Wien – Nachgedanken

Radtramper Donau

Die Radtour war mit fünf Tagen und 327 Kilometern meine bisher längste Radtour. Da ich noch ein paar Tage in Wien verbrachte, bevor ich mit dem Radtramper Donau der ÖBB zurück nach Passau und von dort mit dem Regio Express nach München fuhr, hatte ich, als ich auf den heimischen Hof rollte, 389 Kilometer auf der Uhr.

 

Der Donauradweg ist eine ausgesprochen schöne Strecke. Die Wege sind durchgehend sehr gut asphaltiert. Es gibt keine Schlaglöcher oder Bodenwellen, kaum irgendwo müht sich der Radfahrer an einer nennenswerten Steigung und die Beschilderung kann man nur als vorbildlich bezeichnen. Auf dem Schild rechts sieht man ganz oben, dass die Donau hier die Grenze zwischen den Bundesländern Oberösterreich links und Niederösterreich rechts bildet. Der Donauradweg heißt in OÖ R1 und in NÖ R6, auch das ist schön zu erkennen. Weiters sind die Entfernungen zu den nächsten Orten sowie die Möglichkeiten, das andere Ufer zu erreichen, verzeichnet. Unterkunftsmöglichkeiten waren trotz Nachsaison genügend vorhanden. Die Landschaft ist abwechslungsreich und schön. Wenn man wie ich an der Donau in Wien aufgewachsen ist, gewinnt der Fluss und die Orte an ihm eine ganz besondere Bedeutung. Je näher ich Wien gekommen bin, desto mehr Orte tauchten auf, die ich mit Kindheitserinnerungen und Sonntagsausflügen verband. Da ich allein unterwegs war, hatte ich auch genügend Zeit und Muße über all das nachzudenken.

Meine Tage in Wien habe ich unter anderem dazu genutzt, das Grab meiner Mutter zu besuchen. In meinen Erinnerungen versunken, gehe ich in von der Straßenbahnhaltestelle Nußdorf durch die Zahnradbahnstraße und weiter in den Beethovengang. Diesen Weg kenne ich seit meiner Kindheit, denn im Grab sind auch meine Großmutter und die  Urgroßeltern bestattet. Der Friedhof ist durch seine Lage zwischen Weinbergen ein besonderer Ort der Ruhe.

Auch an Donau und Donaukanal halte ich mich immer wieder auf und spüre meinen Erinnerungen nach.

Morgens Nebel, später Sonne, das Wetter war herrlich.  Weil ich schon länger davon träume, mal wieder ein Lángos zu essen, bin ich auch in Wiens berühmten Vergnügungspark gewesen und habe mir diesen deftigen Fladen gegönnt. Er hat ganz gut geschmeckt, aber die nächsten zehn Jahre brauche ich keinen mehr. Dabei war ich früher ganz wild darauf. So ändert sich alles im Laufe der Zeit.

Jetzt bin ich froh, wieder daheim zu sein. Diese Tour war wohl die letzte größere für dieses Jahr. Der November ist ja meistens ein sehr trüber und feuchter Monat und dann beginnen schon bald die Vorbereitungen und die Vorfreude auf das Weihnachtsfest. In meinem Kopf plane ich bereits die nächsten Unternehmungen.

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Radtour von Passau nach Wien – Tag 5 (15.10.17)

Heute ist der letzte Tag meiner Tour. Ich warte in meinem Zimmer noch bis kurz nach neun Uhr. Da erst kommt meine Zimmerwirtin aus der Kirche und bringt mir mein Frühstück. Danach schwinge ich mich in der frischen Morgenluft wieder aufs Rad und überquere als erstes die Donau über den Kraftwerksbau Altenwörth. Jetzt bin ich wieder am rechten Donauufer. Plötzlich endet der Radweg vor einer wild verwachsenen Au. Ich muss wohl ein Schild übersehen haben. Ich fahre zurück und tatsächlich nach ca. 100 Metern ist die gut beschilderte Abzweigung, die ich übersehen hatte.

Kurze Zeit später stehe ich vor dem einzigen und nie in Betrieb gegangenen Atomkraftwerk Österreichs Zwentendorf (Nach der Errichtung des Kernkraftwerks lehnten 50,47 Prozent der bei der Volksabstimmung am 5. November 1978 Abstimmenden die Inbetriebnahme ab). Ich kann mich noch gut an diese Volksabstimmung erinnern, wo der damalige Bundeskanzler Bruno Kreisky meinte, sie nie und nimmer verlieren zu können. So blieb Österreich die Atomkraft erspart.

Es geht flott voran und bald ist Tulln erreicht, wo ich über die neue Rosenbrücke (ich bin nicht sicher, ob die in 2,5 Kilometer entfernte alte Brücke mit dem Fahrrad gut zu befahren ist) ans linke Donauufer wechsle. Denn ich will in Korneuburg noch ein Mal mit der Fähre das Ufer wechseln, um zu meinem Ziel nach Klosterneuburg zu gelangen. Ich fahre halt einfach gerne mit Fähren.

Der Weg ist schön asphaltiert, nicht eine Bodenwelle stört den Radl-Genuss. Es geht immer oben am Damm entlang und da ich schon die Hälfte meines heutigen Weges geschafft habe, lege ich eine Rast auf einer Bank am Ufer ein. Die Sonne ist so warm, es hat an die 25 Grad, dass ich meine Jacke ausziehe und fast auf der Bank einschlafe. Tolles Wetter für Mitte Oktober – der goldene Herbst, wie es so schön heißt. Man muss nur aufpassen, denn gegen Abend wird es schnell kühl.

Das letzte Stück bis Korneuburg gestaltet sich etwas mühselig. Kilometerlang geradeaus am Damm der gestauten Donau bis zum Kraftwerk Greifenstein bei plötzlich strammen Gegenwind. Nicht lustig. Wo kommt denn dieser Wind plötzlich her? So mühe ich mich weiter ab, bis ich endlich in Korneuburg vor der Donaufähre stehe. Ich freue mich schon darauf, lautlos ans andere Ufer zu gleiten

Ich hatte richtig Glück. Zwei Tage später ist die Fähre im dichten Nebel mit einem Frachtschiff kollidiert, wobei das Halteseil gerissen ist. Sie wird wohl dieses Jahr nicht mehr in Betrieb gehen und für die Pendler über den Fluß bedeutet das einen Umweg von mindestens 20 Kilometern.

Nach dem Übersetzen mit der Fähre sind es nur noch wenige Kilometer bis zur Unterkunft meiner Wahl. Leider muss ich feststellen, dass die gewünschte Pension ausgebucht ist. Man gibt mir ein Infoblatt mit auf den Weg, in dem alle Unterkünfte in Klosterneuburg verzeichnet sind. So fahre ich erst mal wieder zurück zum Bahnhofsplatz, wo ich mich auf eine Bank setze und beginne, die Unterkünfte anzurufen. Nach der dritten oder vierten Unterkunft, die ich anrufe, finde ich ein freies Zimmer.

So erklimme ich den Hügel oberhalb des Stifts Klosterneuburg und beziehe mein Zimmer in der Cafe Konditorei Kranister, Leopoldstraße 4. In der Cafe Konditorei gibt es auch ganz normales Essen, so bestelle ich mir, nachdem ich mein Zimmer bezogen hatte ein Backhendl mit Reis und Kartoffelsalat, sowie ein „Gösser Krügerl“ vom Faß. Beides schmeckt ausgezeichnet.

Heute falle ich wieder einmal müde aber glücklich ins Bett. Ich habe es geschafft und Wien nach gefahrenen 327 Kilometern erreicht.

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Radtour von Passau nach Wien – Tag 4 (14.10.17)

Nach einem ausgiebigen und guten Frühstück vom Buffet geht es auf die nächste Etappe. Sie wird mich durch die Wachau führen, worauf ich mich schon sehr freue. Ist sicher eine der schönsten Gegenden hier am Donauradweg.

Kurz nach zehn Uhr lege ich in Marbach los. Vom Wirt erfahre ich noch, dass sein Landgasthof „Zur schönen Wienerin“ diesen Namen schon seit über 100 Jahre trägt und nicht etwa nach seiner Gattin benannt ist, denn die stammt aus Marbach. Hübsch ist seine Frau aber trotzdem.

Stift Melk

Ich habe es nicht eilig, da ich ja entgegen meiner Planung zehn Kilometer weiter bin. Gemächlich radle ich dahin. Kurz nach Pöchlarn taucht auch schon die Silhouette des Stifts Melk am rechten Donauufer auf und markiert den Eingang zur Wachau. Die Landschaft verändert sich jetzt schnell. Am linken Donauufer säumen ausgedehnte Weingärten die steilen Südhänge der Wachau im prallen Sonnenlicht. Die Ernte ist bereits vorbei und es lockt ein Heuriger neben dem anderen zur Einkehr.

Burgruine Aggstein

Ich radle aber weiter, vorbei an der hoch am Berg thronenden Burgruine Aggstein, die das Donautal zu bewachen scheint. Der Weg führt meist etwas abseits der lauten Bundesstraße durch die verträumten kleinen Weindörfer. Es ist Wochenende, es herrscht Kaiserwetter. Deshalb sind auch  sehr viele Tagesausflügler zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs. Die Lokale entlang des Weges sind alle schon gut besucht.

Nach den Orten Spitz, St. Michael und Wösendorf erreiche ich Weißenkirchen. Dort beabsichtige ich in der Heurigenschenke Mang eine Rast einzulegen. Ich kenne die Wirtschaft von früheren Besuchen und liebe den großen Gastgarten. Ich kaufe mir eine große Traubensaftschorle und geniesse die wärmenden Sonnenstrahlen.

Weiter geht es über das malerische Dürnstein mit seiner Burgruine, wo der englische König Richard Löwenherz, der vom dritten Kreuzzug heimkehrte, von Dezember 1192 bis März 1193 gefangen gehalten wurde. Bald erreiche ich Krems, mein heutiges Tagesziel, und die Wachau liegt hinter mir. Eigentlich wäre damit die heutige Etappe geschafft, aber die Stadt gefällt mir nicht. Zu sehr Großstadt, nicht mein Ding. Ich fühle mich noch fit und beschliesse weiter zu fahren. Der Weg führt jetzt lange entlang des Flusses Krems durch häßliche Industriegebiete, bis endlich wieder das Donauufer erreicht ist.

Es werden dann nochmal 21 Kilometer bis Altenwörth, wo ich ein Privatzimmer für 26 Euro incl. Frühstück finde. Mein heutiger Kilometerstand von 274 Kilometern sagt mir, dass die heutige Etappe 76 Kilometer lang war.

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Radtour von Passau nach Wien – Tag 3 (13.10.17)

Gut ausgeschlafen begebe ich mich in den Gastraum zum Frühstück und beginne zu verstehen, warum man das Zimmer schon gestern kassieren wollte. Die beiden anwesenden Damen sind des Deutschen kaum mächtig, aber man muss sagen, dass sie sehr bemüht sind.

Das Frühstück ist eher unterdurchschnittlich und seinen Preis nicht wert. So packe ich meine Taschen aufs Fahrrad und bin um 09:10 Uhr wieder „on the road“. Ich genieße die klare Morgenluft, die Sonne lacht schon vom Himmel und alles deutet auf einen wunderbaren Tag hin.

Da ich mein gestriges Tagesziel ja übertroffen hatte, kann ich es heute ruhiger angehen lassen. Ziel ist Persenbeug gegenüber von Ybbs am großen Donaukraftwerk.

Der Donauradweg verläuft immer wieder etwas abseits der Donau. Er führt an schönen Vierkanthöfen und gepflegten landwirtschaftlichen Flächen vorbei. Dann geht es wieder zurück an die Donau und am Kraftwerk Wallsee-Mitterkirchen gibt es eine große Radfahrstation, die aber zu dieser Jahreszeit bereits geschlossen ist. Ich komme an einer Bahnstation vorbei mit dem Namen meines Nachbarortes daheim: Dornach. Außerdem gibt es einen schönen Eisenbahnviadukt am Weg sowie immer wieder schöne Plätze, die zu einer Rast einladen.

Ich erreiche Persenbeug sehr früh, finde auch eine schöne Wirtschaft mit Zimmern, aber es ist einfach zu früh am Tag. So konsultiere ich meinen Radreiseführer und entscheide mich, noch zehn Kilometer bis Marbach zu radeln und der Empfehlung des Radreiseführers für das Gasthaus „Zur schönen Wienerin“ zu folgen.

Die Wirtschaft ist leicht zu finden, sie liegt direkt am Donauradweg. Trotzdem wäre ich fast daran vorbeigefahren. Es wird mit 59 Euro für die Nacht meine bisher teuerste Unterkunft. Das Zimmer ist aber top, mit Blick auf die Donau, Fernseher (heute läuft meine Lieblingssendung „Der Bulle von Tölz“), WLAN  und einem sehr schönen Badezimmer.

Vor dem Fernsehabend esse ich noch im Gasthaus zu Abend. Wiener Backfleisch, Rindfleisch mit Senf und Meerrettich bestrichen und dann paniert. Es schmeckt ausgezeichnet und am dritten Tag meiner Tour kann ich mir ja auch mal was gönnen. Mit einem Kilometerstand von 198 km waren es heute ja auch wieder 66 Kilometer.

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Radtour von Passau nach Wien – Tag 2 (12.10.17)

Nach fast 12 Stunden Schlaf stehe ich auf und mache mich fertig für den neuen Tag. Das Frühstück nehme ich im Gastraum ein, ich sitze am Fenster, aber die Donau ist wegen des Nebels kaum auszumachen. Das Frühstück ist einfach, aber gut. Frische Semmeln, Butter und Milch aus eigener Produktion. Den Zimmerpreis finde ich mit 32 Euro auch ganz in Ordnung. Die Fährfrau füllt mir noch meine Trinkflasche mit selbstgepresstem Apfelsaft und Sprudelwasser zu einer Schorle auf, die – wie ich unterwegs noch feststellen werde – ausgezeichnet schmeckt.

Mittlerweile wird der Bodennebel langsam zum Hochnebel, die Donau und die kleine Fähre, mit der mich der Chef gleich über den Fluß bringen wird, sind bereits schemenhaft zu erkennen. Es hat schon etwas besonderes im Frühnebel alleine über die hier vollkommen ruhig fließende Donau gebracht zu werden. Wir unterhalten uns noch eine Weile, bevor wir uns verabschieden und der Fährmann zurück ans andere Ufer steuert.

Jetzt bin ich wieder vollkommen alleine. Mein erstes Etappenziel ist Aschach in ca. 25 Kilometern Entfernung, wo ich über die Brücke wieder an das linke Donauufer wechseln will. Keine Autostraße weit und breit, es ist so ruhig, dass man den Fahrtwind in den Ohren schon fast als Störung empfindet. Ich bleibe immer wieder stehen, um diese absolute Ruhe zu geniessen. In kurzen Abständen gibt es am Rand der Donau Biotope mit Ruhezonen für Tiere. Schilder weisen darauf hin, diese doch bitte nicht zu betreten.

Donau bei Aschach

In Aschach quere ich wie geplant die Donau. Der Donauradweg führt nun etwas von der Donau weg nach Feldkirchen und erst danach erreicht man wieder das Ufer der Donau. Weiter geht es auf sehr guten asphaltierten Wegen nach Ottensheim und Puchenau. Nach ca. 50 km erreiche ich Linz. Jetzt beginnt leichter Regen. Ich überlege kurz unter einer Brücke, was ich tun soll und entschließe mich nach kurzer Überlegung zur Weiterfahrt. Gleich nach Linz hört der Regen wieder auf und ich freue mich über meine Entscheidung.

Nach weiteren 10 Kilometern erreiche ich mein für heute geplantes Ziel Abwinden-Dorf. Hier habe ich in meinem Plan zwei mögliche Unterkünfte notiert. Die erste ist eine Pension, was das Problem der Versorgung aufwirft. Die zweite ist ein Gasthof, der aber leider bis 17 Uhr geschlossen ist. Da es erst 15 Uhr ist, entschliese ich mich zur Weiterfahrt bis Mauthausen. Irgendetwas werde ich schon finden. Sind ja nur zehn Kilometer bis dahin. Ich finde eine Unterkunft direkt an der Donau, kann mich aber nicht entscheiden. So folge ich einem Hinweisschild auf Gasthof und Fremdenzimmer. Der Weg ist unglaublich steil und am Ende muss ich erfahren, dass man trotz leerem Parkplatz angeblich ausgebucht sei.

Was bleibt mir anderes über als den Weg wieder zurück nach unten zu fahren. Erst jetzt merke ich, wie unglaublich steil die Straße ist. Auf halber Strecke wird meine Hinterradbremse weich. Ich lasse immer wieder los, um sie zu kühlen und dann wieder zu bremsen. Am Ende kann ich die Geschwindigkeit gerade noch soweit drosseln, dass ich die letzte Kurve kriege. Ich fahre noch mal ein Stück weiter; mit einer Bremse, die immer noch nicht richtig zieht und einem Akku, der noch für 20 Kilometer Ladung verspricht. Da ich nach zwei Kilometern immer noch nichts gefunden habe, ziehe ich die Reißleine und kehre um.

Im Hotel „Donaueck“, vor dem ich zuerst schon gestanden habe, bekomme ich ein schönes Einzelzimmer für 45 Euro die Nacht. Es gibt auch einen Abstellraum für mein Rad, und es ist auch ein Stromanschluss vorhanden, sodass ich mein Rad direkt anschließen kann ohne erst den Akku aufs Zimmer zu schleppen.

Ich genehmige mir noch ein Bier in der Wirtschaft, anschließend eine warme Dusche und gehe danach direkt ins Bett. Der  Kilometerstand von 132 Kilometern sagt mir, dass die heutige Etappe 82 Kilometer lang war. Ich liege etwas vor meiner Planung, was Spielraum für eine kürzere Etappe läßt, falls es notwendig sein sollte.

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