Unterwegs nach Frankreich

aufbruchNach einer sehr arbeitsreichen Woche, meine beiden Jungs und ich haben noch einen Ster Holz für den kommenden Winter vom See geholt und klein gemacht, sind wir heute um 09:35 zur französischen Atlantikküste aufgebrochen. Vor uns lagen 1450 km oder 14,5 Stunden, wie unser Navi errechnete. Die Zeit natürlich ohne eingerechnete Pausen. Wir fuhren los, in der Hoffnung, nichts vergessen zu haben. Ich fuhr die erste Etappe. Nach knapp zweieinhalb Stunden machten wir die erste Pause und stärkten uns mit der mitgeführten Brotzeit. Danach übernahm Andreas das Steuer und ich machte es mir am Beifahrersitz bequem während Sebastian die Rückbank belegte.

Stuttgart hatten wir bereits hinter uns gelassen und vor uns lag Karlsruhe. Langsam näherten wir uns der Gegend in der ich einen Teil meines jungen Erwachsenseins verbrachte. Viele Erinnerungen kamen hoch als ich die vorüberziehenden Ortsschilder las. Rastatt, da hatte ich vor über 40 Jahren gewohnt. Ich fragte Andreas ob er sich an ein bestimmtes Foto von mir erinnern kann. Er bejahte meine Frage und ich erzählte ihm das es hier in Rastatt aufgenommen wurde. Ich kann mich noch haargenau an den Tag erinnern. Wir kamen an weiteren Orten vorbei. Freudenstadt, Gaggenau, Iffezheim. Mit jedem dieser Ortsnamen verband ich irgendwelche Erinnerungen. Dann fuhren wir an der Autobahnraststätte Baden-Baden vorbei. Längst vergangene Geschichten tauchten wieder auf in meinem Kopf. Wir fuhren einmal nach Mitternacht zu dieser Raststätte und bestellten zehn Bier. Der Kellner weigerte sich uns das Gewünschte zu bringen, da nach Mitternacht kein Alkohol mehr ausgeschenkt werde. Daraufhin klagten wir über plötzliche Übelkeit und orderten zehn Unterberg. Der Kellner weigerte sich auch diese Bestellung aufzunehmen und so zogen wir schließlich weiter.

Ich hing noch eine Weile meinen Gedanken nach auf unserm Weg, der sich nun langsam nach Süden, entlang der französischen Grenze gewandt hatte. Noch 140 km bis Basel. Um 15:05 überqueren wir den Rhein und damit die deutsch-französische Grenze. Bis auf die nun vielen französischen Autokennzeichen hat sich nicht viel verändert. Unsere Tankanzeige meldete uns das wir noch Benzin für ca. 139 km hätten. Langsam mussten wir uns um eine Tankstelle kümmern.

Mit den POI’s unseres Navis suchten wir eine Tankstelle in der Nähe der Autobahn in der Hoffnung das Benzin etwas preisgünstiger zu bekommen. Unser Ziel lag in dem netten Städtchen Mullhouse, nahe der Autobahn. Wir waren überrascht über die engen Straßen, die vielen Verkehrsinseln und die unzähligen Kreisverkehre. Die Tankstelle zu der uns das Navi führte existierte leider nicht mehr, aber bei der nächsten hatten wir Glück und wir füllten unseren Tank bis obenhin voll. Wir erfreuten uns an den vielen hübschen Häusern in dieser kleinen Stadt mit ihrem südländischen Flair.

Langsam wurde es dunkel und wir fuhren über kleine Landstraßen. Keine Autobahnen in diesem Abschnitt unseres Weges. Dafür erlebten wir im Westen einen eindrucksvollen Sonnenuntergang über saftigen Wiesen auf denen hübsche Kühe grasten.

sundown_france

Die Dämmerung dauerte nicht lange und bald fuhren wir durch eine mondlose Nacht. Nur wenige Autos begegneten uns. Es ist hier, auch auf den Autobahnen, wesentlich weniger Verkehr als in Deutschland. Sehr angenehm. Irgendwann nach Mitternacht stellten wir uns auf den Parkplatz einer Raststätte und schliefen eine Weile bevor wir unseren Weg fortsetzten. Im Morgengrauen, gegen sieben Uhr, erreichten wir bei teilweise dichtem Nebel auf den letzten Kilometern unser Ziel St. Girons Plage. Der anschließende einsame Strandspaziergang an der Atlantikküste war vom Feinsten.

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