zu Fuß auf die Zugspitze

Tag 1:

Die Wettervorhersage paßt, es kann los gehen. Ich wollte die Tour nicht auf die lange Bank schieben und so starten wir heute (25.06.11) gleich um 8 Uhr. Die Sachen sind gepackt und ab gehts Richtung Skistadion in Partenkirchen. Auto geparkt, 2-Tages-Parkschein gekauft und um 10:15 Uhr machen wir uns auf den Weg. Die Partnach führt viel Wasser, da rauscht und spritzt und tropft es in der Klamm. Aber wir wollen uns nicht lange aufhalten und benötigen so vom Parkplatz Skistadion bis zum Ausgang der Partnachklamm knapp 40 Minuten. Dann geht es weiter durchs Reintal. Nach 2,5 Stunden erreichen wir die Bockhütte, die zu unserem Erstaunen neu gebaut wurde.

Wir essen etwas von unserer mitgeführten Essenration am Ufer der Partnach, die unglaublich laut rauscht, das ist fast schon Ruhestörung! Nach dieser kurzen Rast geht es weiter zur Reintalangerhütte. Um 14:45 Uhr, also nach genau 4,5 Stunden erreichen wir diese.

Jetzt müssen wir uns entscheiden: hier bleiben oder weiter bis zur Knorrhütte? Das sind noch mal 700 Höhenmeter und das nach den 4,5 Stunden die wir schon in den Beinen haben! Ich entscheide mich nach dem ersten Radler, hier zu bleiben. Wir bekommen zwei Betten in einem Fünfbett-Zimmer, und so wird es noch ein schöner Abend in der Gaststube mit netten Leuten am Tisch und vielen unterhaltsamen Gesprächen. Zu essen bekomme ich meinen geliebten Kaiserschmarrn! Das ist doch ein „Nach-Geburtstags-Geschenk“.

Tag 2:

Gut und tief geschlafen. Um 6h der Reintalanger-Hütte-Weckruf! Musik live mit Akkordeon. Nicht ganz meine Zeit, aber wir haben ja noch einiges vor heute, also passt das schon. Kurzes Frühstück und um 7:25h beginnen wir den Aufstieg zur Knorrhütte und Zugspitze. Zuerst geht es noch einigermaßen leicht dahin, aber bald geht es richtig zur Sache. Hätte ich gestern früher ins Bett gehen sollen oder liegt es einfach nur daran, dass es so steil ist? Wir schaffen den Aufstieg in 2 Stunden, was auch die offiziell angegebene Zeit ist. Die Knorrhütte liegt auf 2051 m Höhe. Nebelschwaden ziehen immer wieder vorbei und ich schwitze unter meinem T-Shirt bei einer geschätzten Temperatur von höchstens 5 Grad.

Wir diskutierten immer wieder, ob es besser gewesen wäre, gestern noch bis zur Knorrhütte zu gehen. Ich glaube, dass es zu viel gewesen wäre und wir heute auf allen Vieren den Berg erklommen hätten. Aber man kann es auch anders sehen. Wir hätten uns heute die ersten 2 Stunden mit 700 Höhenmetern erspart. Aber die Diskussionen nützen uns nichts, es geht weiter. Offizielle Zeit: 3 Stunden von der Knorrhütte bis zum Münchner Haus am Gipfel. Eigentlich zu schaffen. Was wir aber nicht bedacht hatten, wir waren jetzt bereits über 2000 Meter Höhe. Das heißt, dass wir uns so langsam einem Sauerstoffanteil in der Luft von einem Drittel des Normalen näherten. Skifahren auf der Höhe habe ich nie als besonders anstrengend empfunden. Aber das hier war eine neue Erfahrung. Je höher wir kamen, desto dünner wurde die Luft. Jeder Schritt wurde fast zur Qual. Ich hatte ja die Hoffnung, dass es auf dem Zugspitzplatt gemächlicher würde mit dem Anstieg, aber dem war nicht so. Manchmal standen wir vor einem kleinen Krater mit Schnee drinnen. Ich stand fassungslos davor und fragte mich: „Warum muß es hier runter gehen, damit es nachher wieder hoch geht“?

Als wir an der Gletscherstation SonnAlpin auf 2600 m standen, war die Frage nicht mehr: Gehen wir noch bis zum Münchener Haus? Die Frage war: Wann geht die nächste Bahn nach Garmisch? Der weitere Anstieg zum Münchner Haus geht neben dem Schneefernerhaus extrem steil zum Grat. Schön wäre es gewesen, aber es war für uns nicht mehr zu schaffen. Der Gipfel war auch noch die ganze Zeit in Wolken, sodass wir das Münchner Haus keinen Augenblick sehen konnten. Wir waren aber deshalb nicht traurig, wir waren stolz auf unsere Leistung.

Fazit:

Eine wunderschöne Tour. Würde ich sie noch mal machen, dann allerdings in drei Tagen. Erster Tag bis Reintalanger-Hütte, zweiter Tag bis zur Knorrhütte und da akklimatisieren und am dritten Tag auf den Gipfel.

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