Bilder von Wettersatelliten direkt empfangen

Den Wunsch hatte ich schon mal Anfang/Mitte der neunziger Jahre. Damals war das noch sehr aufwendig, alles mussste mit selbst gebauter Hardware realisiert werden. Dekodierung des Signals, speichern, Falschfarbenbild erzeugen und auf einen HF-Träger modulieren, sodass man es am Fernseher betrachten konnte. Das sah dann so aus:

Unter der großen Platine lag noch mal eine gleich große Platine, der Aufwand war schon enorm. Dazu hatte ich auch noch einen Empfänger gebaut, von dem gibt es allerdings keine Bilder.

Was soll ich sagen? Ein oder zwei Mal ist es mir gelungen, ein Bild aufzuzeichnen. Damals waren ja auch die Zeiten der ca. 12 minütigen Überflüge ohne Internet schwer herauszufinden. Hatte man den Strom ausgeschaltet, war das Bild weg, verloren. So habe ich das Projekt dann irgendwann an den Nagel gehängt.

Empfangsantenne

Heute sieht die Sache ein bisschen einfacher aus und ich hab mich an das alte Projekt erinnert. Als Empfänger dient mir mein AirSpy mini (siehe letzten Artikel), den Rest erledigt der Computer mit den entsprechenden Programmen. Nur eine kurze Beschreibung dazu, sonst wird es viel zu lang. Als Empfänger Airspy mini und Software SDR#. Das empfangene Signal wird dann (über Virtual Cabel) an das Programm WXtoImg übergeben, welches das Signal dekodiert, die Bilder aufbereitet und das erzeugte Falschfarbenbild speichert. Da es das Signal sowie auch die Raw-Bilder der beiden Kanäle (sichtbares Licht und Infrarot) speichert, kann man später noch alles verändern und herumspielen. So sehen die Bilder dann aus (das gelbe Kreuz ist mein Wohnort):

Wann die Satelliten kommen, sagt einem das Programm WXtoImg auch gleich (oder übers Internet auf dieser Seite) und startet automatisch beim nächsten Überflug. Im Moment hat die amerikanische NOAA drei Satelliten in Betrieb, von denen Bilder im APT Format empfangen werden können. Der älteste von den dreien ist der NOAA 15, der hat mittlerweile 21 Jahre auf dem Buckel und die meisten seiner Instrumente funktionieren noch. Unglaublich.

Das APT Format überträgt die Bilder analog. Man sieht das an dem Rauschen in den Bildern, wenn das Signal schwächer wird. Die Auflösung ist mit 4 Kilometern auch nicht besonders gut, aber es gibt da noch einen Satelliten. Den russischen Meteor M2. Der sendet die Bilder im LRPT Format, das ist digital und die Auflösung gegenüber den NOAA Satelliten ist 12 mal so hoch. Die Dekodierung dieses Signals ist etwas aufwendiger, aber mit den richtigen Programmen (Meteor Demodulator Plugin für SDR#, M2_LRPT_Decoder und Smooth Meteor) klappt es dann doch. Die Bilder sehen dann auch richtig gut aus (obwohl ich sie für WordPress runtergerechnet habe):

Auf dem nächsten Bild vom Meteor M2 kann man sehr schön die Schweizer Seen wie Genfer See, Neuenburger See, Bieler See, Thuner See, Vierwaldstätter See und Züricher See , in Italien den Lago Maggiore, Luganer See, Como See, Lago d’Iseo und den Gardasee, sowie Bodensee, Ammersee, Starnberger See, Chiemsee und den Plattensee in Ungarn erkennen. Auf den Alpen sieht man den Schnee liegen. Auch die Mündung der Elbe ab Hamburg ist schön zu sehen.

Und hier noch mit Landesgrenzen, Küstenlinien und Städten, sonst kennt man sich ja bei geschlossener Wolkendecke nicht aus. Links sichtbares Licht, rechts mit eingefärbten Regenwolken.

Ich hoffe, das war jetzt nicht zu viel Technik, ich habe versucht es so einfach wie möglich zu halten. Denn es steckt natürlich noch ein bißchen mehr dahinter.

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