Radtour um den Plattensee – Tag 1

An diesem Donnerstag startete ich bei herrlichem Wetter nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel um neun Uhr zu meiner Radtour um den Plattensee. Im Hotel hatte ich vereinbart, dass ich bei meiner Rückkehr noch einmal eine Nacht übernachte und so durfte ich mein Auto am versperrten und uneinsehbaren Hotelparkplatz stehen lassen. Ich ließ ja doch einige Sachen im Auto zurück.

Vor mir standen jetzt rund 220 Kilometer, die ich in drei Tagen bewältigen wollte. Da darf nicht viel passieren. Im Hotel meinten sie, das ich auch einen Tag später kommen könne, wenn es mit den drei Tagen nicht klappt.

Ich fuhr gegen den Uhrzeigerinn um den See, was ich normal nicht mache. Aber es war die Empfehlung des Tourenvorschlags vom ungarischen Tourismusamt und vielleicht hatten sie sich ja auch was gedacht dabei. Am Ende der Tour werde ich feststellen, dass es Sinn macht.

Die ersten Kilometer sind angenehm zu fahren, denn vom Hotel geht es erstmal nur bergab bis an den See. Dann eben, meist entlang der Bahngleise, bis Balatonfűzfő, dort wendet sich der Radweg nach Süden. Die Radwege sind schön und ich fahre entspannt weiter. Über Balatonalmádi, Alsóörs und Balatonfüred geht es zur Halbinsel Tihany, an deren Spitze die engste Stelle des Plattensees ist. Es geht immer wieder steile Hügel hinauf und der Wind bläst mir mit geschätzten drei bis vier Windstärken ins Gesicht. Ganz schön anstrengend.

Die älteren Radwege sind leider in einem eher schlechten Zustand. Alle paar Meter ist der Asphalt quer zur Fahrbahn gerissen und aufgehoben. Das gibt jedesmal einen ordentlichen Schlag bei 4,5 Bar Reifendruck und nur einer gefederten Vorderradgabel. Auch gibt es viele tiefere Löcher im Asphalt, so das man sehr auf die Fahrbahn achten muss. Meistens wurde vom Straßendienst zwar ein Farbkreis um die Löcher gesprüht, aber trotzdem kann man den Blick kaum von der Fahrbahn lassen.

All das zusammen, die Anstiege, der Gegenwind und die Fahrbahn machten es sehr anstrengend. So war ich dann froh, als ich mein Quartier in Badasconytomaj nach 77,4 Kilometern kurz nach 16 Uhr erreichte. Nachdem ich mein Zimmer bezogen hatte, kaufte ich mir noch ein Bier in der zugehörigen Kneipe. Hunger hatte ich keinen, denn ich hatte mir am Weg schon ein Lángos gegönnt.

Im Zimmer gab es nur ungarisches Fernsehen. Da Donnerstag war, wollte ich aber um 20:15 Uhr die Sendung quer im Bayerischen Fernsehen sehen. Ich hatte ja mein Tablet dabei, also Mediathek angesurft und dann kam die Meldung: Sie dürfen aus rechtlichen Gründen das deutsche Fernsehen im Ausland nicht sehen … ja, wie jetzt? Am Tag zuvor hatte ich im Hotel alle deutschen Sender im Fernseher sehen können. War ich da nicht im Ausland? Na, nicht mit mir, sagte ich. Über meinen VPN Client am Tablet habe ich einen Server in Frankfurt gewählt und schon konnte ich die Sendung sehen. Jetzt war ich ja für die ARD in Frankfurt. Manchmal frage ich mich schon, wie doof die eigentlich sind?

Um 21 Uhr war ich dann aber so müde, dass ich mich ins Bett verzog.

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