Radtour rund um den Lipno-Stausee, Tschechien

Dieses Mal ging es nach Böhmen an den Lipno-Stausee. Ich hatte mir schon vor der Anreise ein Zimmer für zwei Nächte in einer Pension gebucht. Ich fuhr am Freitagmittag mit dem Auto inkl. Rad von daheim los. Über die A9 und die A92 nach Deggendorf und dann weiter über die A3 Richtung Passau. Ca. 20 km vor Passau, bei Renholding, nahm ich die Ausfahrt 114 Richtung Aicha vorm Wald, Freyung. Nun ging es auf der Staatsstraße durch die herrliche Landschaft des Bayerischen Waldes. In Heldengut, kurz vor der tschechischen Grenze, hielt ich an einer Metzgerei und kaufte mir zwei Semmeln. Eine mit Leberkäse und eine mit dünn geschnittenem Geräuchertem, das ich vorher probieren durfte. Der Preis von 2,50 € ist fast nicht zu glauben für jemand, der in der Nähe von München lebt. In Tschechien ging es weiter auf der gut ausgebauten B12, die jetzt 4 heißt. Nach sechs Kilometern bog ich rechts ab auf die 39, die mich zu meinem Ziel, Frymburk am Lipno-Stausee brachte. Meine Pension lag vier Kilometer außerhalb, in Blatná.

Es war eine kleine private Pension, mit Namen U Račáků. Mein Zimmer war einfach, aber sauber und es gab sogar einen Kühlschrank und einen kleinen Fernseher. Für 17 € die Nacht kann man nicht meckern. Ich erkundete noch ein wenig die Gegend mit dem Auto, denn morgen sollte es ja mit dem Rad losgehen.

Am Samstag, gut ausgeschlafen, startete ich kurz nach acht Uhr zu meiner Seeumrundung. Mit dem Auto fuhr ich nach Frymburk, wo ich hinter der Kirche parkte und mein Rad ablud. Jetzt noch Fotoapparat, Tablet, Geld, Müsli-Riegel und Getränk in den Fahrradkorb gepackt, Mütze und Sonnenbrille aufgesetzt und es konnte losgehen. Gleich unterhalb der Kirche, beim Fähranleger führt der Rundweg vorbei. Die Morgenluft war herrlich und der See noch ganz ruhig, kein Windhauch war zu spüren.

Stausee und Frymburk am Morgen

Die ersten knapp 10 Kilometer Richtung Süden und Südosten waren schnell geschafft. Ich überquerte die Kraftwerks-Staumauer (wer sich für das Kraftwerk und die Geschichte des Stausees interessiert, dem sei dieser Link empfohlen), um ans andere Ufer zu gelangen, von wo es jetzt weiter in nordöstliche Richtung ging. Ich hielt immer wieder an schönen Plätzen an, um den Anblick des Sees zu genießen. Die rechte Seite war während des Kommunismus in der Tschechoslowakei wegen ihrer Grenznähe zu Österreich militärisches Sperrgebiet. Nach der Wende 1989 wurde das Sperrgebiet 1991 aufgelöst und das Gebiet touristisch erschlossen. So gesehen erwies sich das Sperrgebiet als Glücksfaktor für die heutige Nutzung, da dort die kaum berührte Natur sehr gut erhalten ist.

Je weiter ich nach Norden kam, desto hügeliger wurde der Weg. Teilweise war der Weg ein ganzes Stück vom See entfernt. Dafür ging es durch schier endlose Wälder, in denen es nach frisch geschnittenem Holz duftete. Einmal hatte ich an einer Kreuzung den falschen Weg genommen. Als nach ca. zwei Kilometern ein Schild mit der Aufschrift „Republik Österreich“ auftauchte, wurde ich stutzig und befragte erst mal das Navi auf meinem Tablet. Der Fehler war sofort klar und ich fuhr wieder zurück, um den richtigen Weg zu nehmen. Vier Kilometer zusätzlich, aber was soll’s. Gegen 13:15 Uhr erreichte ich den Fähranleger in Bližší Lhota, von wo aus mich die Fähre ans andere Ufer nach Horní Planá bringen sollte. Der Preis für die Überfahrt war fair. 15 Kronen für die Person und 15 Kronen für das Fahrrad, umgerechnet 1,20 € zusammen. Den kleinen Rest des Stausees im Norden wollte ich mir schenken. Außerdem machte sich leichter Hunger bemerkbar. In Horní Planá angekommen bemerkte ich das hier ein ganz neuer Radweg direkt am Ufer gebaut wurde.

neuer Radweg

Nach kurzer Strecke kam ich an einem kleinen Wirtshaus vorbei, das sehr einladend aussah. Auf der kleinen Terasse mit Blick auf den See bestellte ich mir eine Gulaschsuppe und ein großes Bier. Die Gulaschsuppe mit zwei Scheiben Brot dazu schmeckte ausgezeichnet und der Preis von vier Euro für alles zusammen war auch sehr gut.

So gestärkt, oder sollte ich eher sagen träge, machte ich mich auf den Weg zurück. Hier ging es jetzt meist auf Fahrradwegen entlang der Straße bzw. direkt auf der Straße durch sehr hügeliges Gelände und ich war froh als ich mit 64 Kilometern auf der Uhr wieder an der Kirche in Frymburk ankam.

Am Abend ging ich in das Lokal „Big Pub“ am Hauptplatz, wo ich mir drei Bier und eine Pizza gönnte, alles zusammen für 9,70 €. Bald darauf war ich in meinem Zimmer und schlief tief und fest. Am nächsten Morgen machte ich mich kurz nach acht Uhr wieder auf den Heimweg.

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Radfahren abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.