Prag II – 10.4. – Tag 2

Für diesen Tag plante ich das volle Programm. Gleich nach dem Frühstück machte ich mich auf den Weg. An der Haltestelle Albertov nahm ich die 24. Mit dieser fuhr ich bis zur Haltestelle Lazarská, wo ich in die nachfolgende Linie 9 umstieg. Mit dieser fuhr ich bis zur Jindřišská.

Von der Haltestelle auf halben Weg zum Hauptbahnhof befindet sich die Jerusalem Synagoge, die ich als ersten Punkt meiner heutigen Tour besichtigen wollte. Kostet mit Ermäßigung 50 Kr. Eintritt, ist es aber alle Mal wert. Es gibt auf der Empore eine kleine Ausstellung, die an die tschechischen Opfer der Nationalsozialisten erinnert, sehr bedrückend. Es ist kaum zu glauben, zu welchen Taten Menschen fähig sind.

Von der Synagoge ging es zurück zur Haltestelle Jindřišská. Von da aus zum Gemeindehaus und weiter durch die Innenstadt zum Altstädter Ring. Dort angekommen besichtigte ich erstmal die Teynkirche von innen. Hatte ich bei meinem letzten Besuch nicht gemacht. Sie ist eine Besichtigung in jedem Falle wert!

Jetzt näherte ich mich meinem nächsten Ziel: dem Geburtshaus von Franz Kafka, das sich gleich hinter der St. Nikolaus Kirche befindet. Als ich um die Ecke bog, bin ich fast in Ohnmacht gefallen, denn das ganze Haus war eingerüstet und wurde innen wie außen renoviert. Man konnte es nicht ansehen, nicht betreten und ich hatte mich so darauf gefreut.

Nach dieser kleinen Enttäuschung ging es weiter durch die Prager Innenstadt zu meinem nächsten Ziel, dem Altstädter Brückenturm an der Karlsbrücke. Beim ersten Besuch hatte ich ganz übersehen, dass der Brückenturm besichtigt werden kann. Sein Interieur, der Keller, die Treppen, der Dachstuhl und vor allem der Wandelgang mit dem bemerkenswerten Ausblick waren den Besuch wert. Der Turm zählt zu den stimmungsvollsten gotischen Werken in Prag, der zusammen mit der Brücke von Karl IV. nach einem Entwurf von Petr Parléř erbaut wurde.

Wieder im Freien schlenderte ich über die Karlsbrücke und weiter zur Straßenbahnhaltestelle Malostranské náměstí, um von dort mit der Linie 22 zur Prager Burg hinauf zu fahren. Ich wollte noch mal in den Veitsdom, um diesmal mit Eintrittskarte bis zum Altar zu gelangen. Als ich um 16:40 Uhr den Eingang erreichte, schloß der Pförtner gerade die Tore. Schluss für heute. Schade, aber die Burg selbst war so schön, dass ich mich nicht ärgerte.Langsam wanderte ich Richtung Ausgang, um dann entlang der Mauer wieder hinabzusteigen.

Unten angekommen nahm ich wieder die 22 und fuhr bis zum Nationaltheater. Von dort aus ging ich zurück zur Haltestelle an der Karlsbrücke, wo ich die 17 zur Výtoň nahm. Ich stieg aber eine Station vorher aus, mit dem Gedanken an der Moldau entlang zu bummeln. Hier begann um die Zeit wieder das pralle Leben. Es gab Restaurantschiffe, die gerade öffneten, viele Menschen saßen am Ufer und konsumierten auf den Schiffen gekaufte oder selbst mitgebrachte Getränke. Eine Jazz-Band spielte ganz tolle Musik. Mir gefiel der Bassist sehr gut, denn sein Instrument war ein Sousaphon. Ich suchte mir ein schönes Plätzchen, um an der ausgelassenen Stimmung teilzuhaben. Außerdem wollte ich auf den Sonnenuntergang warten, um ein paar schöne Fotos zu machen.

Kurz vor 20 Uhr machte ich mich auf den Heimweg, mir wurde langsam kühl. Am Moldau-Ufer kam die Party jetzt richtig in Fahrt, aber was sollte es, ich war ziemlich k.o. von diesem Tag.

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