Radtour von Passau nach Wien – Nachgedanken

Radtramper Donau

Die Radtour war mit fünf Tagen und 327 Kilometern meine bisher längste Radtour. Da ich noch ein paar Tage in Wien verbrachte, bevor ich mit dem Radtramper Donau der ÖBB zurück nach Passau und von dort mit dem Regio Express nach München fuhr, hatte ich, als ich auf den heimischen Hof rollte, 389 Kilometer auf der Uhr.

 

Der Donauradweg ist eine ausgesprochen schöne Strecke. Die Wege sind durchgehend sehr gut asphaltiert. Es gibt keine Schlaglöcher oder Bodenwellen, kaum irgendwo müht sich der Radfahrer an einer nennenswerten Steigung und die Beschilderung kann man nur als vorbildlich bezeichnen. Auf dem Schild rechts sieht man ganz oben, dass die Donau hier die Grenze zwischen den Bundesländern Oberösterreich links und Niederösterreich rechts bildet. Der Donauradweg heißt in OÖ R1 und in NÖ R6, auch das ist schön zu erkennen. Weiters sind die Entfernungen zu den nächsten Orten sowie die Möglichkeiten, das andere Ufer zu erreichen, verzeichnet. Unterkunftsmöglichkeiten waren trotz Nachsaison genügend vorhanden. Die Landschaft ist abwechslungsreich und schön. Wenn man wie ich an der Donau in Wien aufgewachsen ist, gewinnt der Fluss und die Orte an ihm eine ganz besondere Bedeutung. Je näher ich Wien gekommen bin, desto mehr Orte tauchten auf, die ich mit Kindheitserinnerungen und Sonntagsausflügen verband. Da ich allein unterwegs war, hatte ich auch genügend Zeit und Muße über all das nachzudenken.

Meine Tage in Wien habe ich unter anderem dazu genutzt, das Grab meiner Mutter zu besuchen. In meinen Erinnerungen versunken, gehe ich in von der Straßenbahnhaltestelle Nußdorf durch die Zahnradbahnstraße und weiter in den Beethovengang. Diesen Weg kenne ich seit meiner Kindheit, denn im Grab sind auch meine Großmutter und die  Urgroßeltern bestattet. Der Friedhof ist durch seine Lage zwischen Weinbergen ein besonderer Ort der Ruhe.

Auch an Donau und Donaukanal halte ich mich immer wieder auf und spüre meinen Erinnerungen nach.

Morgens Nebel, später Sonne, das Wetter war herrlich.  Weil ich schon länger davon träume, mal wieder ein Lángos zu essen, bin ich auch in Wiens berühmten Vergnügungspark gewesen und habe mir diesen deftigen Fladen gegönnt. Er hat ganz gut geschmeckt, aber die nächsten zehn Jahre brauche ich keinen mehr. Dabei war ich früher ganz wild darauf. So ändert sich alles im Laufe der Zeit.

Jetzt bin ich froh, wieder daheim zu sein. Diese Tour war wohl die letzte größere für dieses Jahr. Der November ist ja meistens ein sehr trüber und feuchter Monat und dann beginnen schon bald die Vorbereitungen und die Vorfreude auf das Weihnachtsfest. In meinem Kopf plane ich bereits die nächsten Unternehmungen.

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