Radtour von Passau nach Wien – Tag 5 (15.10.17)

Heute ist der letzte Tag meiner Tour. Ich warte in meinem Zimmer noch bis kurz nach neun Uhr. Da erst kommt meine Zimmerwirtin aus der Kirche und bringt mir mein Frühstück. Danach schwinge ich mich in der frischen Morgenluft wieder aufs Rad und überquere als erstes die Donau über den Kraftwerksbau Altenwörth. Jetzt bin ich wieder am rechten Donauufer. Plötzlich endet der Radweg vor einer wild verwachsenen Au. Ich muss wohl ein Schild übersehen haben. Ich fahre zurück und tatsächlich nach ca. 100 Metern ist die gut beschilderte Abzweigung, die ich übersehen hatte.

Kurze Zeit später stehe ich vor dem einzigen und nie in Betrieb gegangenen Atomkraftwerk Österreichs Zwentendorf (Nach der Errichtung des Kernkraftwerks lehnten 50,47 Prozent der bei der Volksabstimmung am 5. November 1978 Abstimmenden die Inbetriebnahme ab). Ich kann mich noch gut an diese Volksabstimmung erinnern, wo der damalige Bundeskanzler Bruno Kreisky meinte, sie nie und nimmer verlieren zu können. So blieb Österreich die Atomkraft erspart.

Es geht flott voran und bald ist Tulln erreicht, wo ich über die neue Rosenbrücke (ich bin nicht sicher, ob die in 2,5 Kilometer entfernte alte Brücke mit dem Fahrrad gut zu befahren ist) ans linke Donauufer wechsle. Denn ich will in Korneuburg noch ein Mal mit der Fähre das Ufer wechseln, um zu meinem Ziel nach Klosterneuburg zu gelangen. Ich fahre halt einfach gerne mit Fähren.

Der Weg ist schön asphaltiert, nicht eine Bodenwelle stört den Radl-Genuss. Es geht immer oben am Damm entlang und da ich schon die Hälfte meines heutigen Weges geschafft habe, lege ich eine Rast auf einer Bank am Ufer ein. Die Sonne ist so warm, es hat an die 25 Grad, dass ich meine Jacke ausziehe und fast auf der Bank einschlafe. Tolles Wetter für Mitte Oktober – der goldene Herbst, wie es so schön heißt. Man muss nur aufpassen, denn gegen Abend wird es schnell kühl.

Das letzte Stück bis Korneuburg gestaltet sich etwas mühselig. Kilometerlang geradeaus am Damm der gestauten Donau bis zum Kraftwerk Greifenstein bei plötzlich strammen Gegenwind. Nicht lustig. Wo kommt denn dieser Wind plötzlich her? So mühe ich mich weiter ab, bis ich endlich in Korneuburg vor der Donaufähre stehe. Ich freue mich schon darauf, lautlos ans andere Ufer zu gleiten

Ich hatte richtig Glück. Zwei Tage später ist die Fähre im dichten Nebel mit einem Frachtschiff kollidiert, wobei das Halteseil gerissen ist. Sie wird wohl dieses Jahr nicht mehr in Betrieb gehen und für die Pendler über den Fluß bedeutet das einen Umweg von mindestens 20 Kilometern.

Nach dem Übersetzen mit der Fähre sind es nur noch wenige Kilometer bis zur Unterkunft meiner Wahl. Leider muss ich feststellen, dass die gewünschte Pension ausgebucht ist. Man gibt mir ein Infoblatt mit auf den Weg, in dem alle Unterkünfte in Klosterneuburg verzeichnet sind. So fahre ich erst mal wieder zurück zum Bahnhofsplatz, wo ich mich auf eine Bank setze und beginne, die Unterkünfte anzurufen. Nach der dritten oder vierten Unterkunft, die ich anrufe, finde ich ein freies Zimmer.

So erklimme ich den Hügel oberhalb des Stifts Klosterneuburg und beziehe mein Zimmer in der Cafe Konditorei Kranister, Leopoldstraße 4. In der Cafe Konditorei gibt es auch ganz normales Essen, so bestelle ich mir, nachdem ich mein Zimmer bezogen hatte ein Backhendl mit Reis und Kartoffelsalat, sowie ein „Gösser Krügerl“ vom Faß. Beides schmeckt ausgezeichnet.

Heute falle ich wieder einmal müde aber glücklich ins Bett. Ich habe es geschafft und Wien nach gefahrenen 327 Kilometern erreicht.

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