Radtour von Passau nach Wien – Tag 2 (12.10.17)

Nach fast 12 Stunden Schlaf stehe ich auf und mache mich fertig für den neuen Tag. Das Frühstück nehme ich im Gastraum ein, ich sitze am Fenster, aber die Donau ist wegen des Nebels kaum auszumachen. Das Frühstück ist einfach, aber gut. Frische Semmeln, Butter und Milch aus eigener Produktion. Den Zimmerpreis finde ich mit 32 Euro auch ganz in Ordnung. Die Fährfrau füllt mir noch meine Trinkflasche mit selbstgepresstem Apfelsaft und Sprudelwasser zu einer Schorle auf, die – wie ich unterwegs noch feststellen werde – ausgezeichnet schmeckt.

Mittlerweile wird der Bodennebel langsam zum Hochnebel, die Donau und die kleine Fähre, mit der mich der Chef gleich über den Fluß bringen wird, sind bereits schemenhaft zu erkennen. Es hat schon etwas besonderes im Frühnebel alleine über die hier vollkommen ruhig fließende Donau gebracht zu werden. Wir unterhalten uns noch eine Weile, bevor wir uns verabschieden und der Fährmann zurück ans andere Ufer steuert.

Jetzt bin ich wieder vollkommen alleine. Mein erstes Etappenziel ist Aschach in ca. 25 Kilometern Entfernung, wo ich über die Brücke wieder an das linke Donauufer wechseln will. Keine Autostraße weit und breit, es ist so ruhig, dass man den Fahrtwind in den Ohren schon fast als Störung empfindet. Ich bleibe immer wieder stehen, um diese absolute Ruhe zu geniessen. In kurzen Abständen gibt es am Rand der Donau Biotope mit Ruhezonen für Tiere. Schilder weisen darauf hin, diese doch bitte nicht zu betreten.

Donau bei Aschach

In Aschach quere ich wie geplant die Donau. Der Donauradweg führt nun etwas von der Donau weg nach Feldkirchen und erst danach erreicht man wieder das Ufer der Donau. Weiter geht es auf sehr guten asphaltierten Wegen nach Ottensheim und Puchenau. Nach ca. 50 km erreiche ich Linz. Jetzt beginnt leichter Regen. Ich überlege kurz unter einer Brücke, was ich tun soll und entschließe mich nach kurzer Überlegung zur Weiterfahrt. Gleich nach Linz hört der Regen wieder auf und ich freue mich über meine Entscheidung.

Nach weiteren 10 Kilometern erreiche ich mein für heute geplantes Ziel Abwinden-Dorf. Hier habe ich in meinem Plan zwei mögliche Unterkünfte notiert. Die erste ist eine Pension, was das Problem der Versorgung aufwirft. Die zweite ist ein Gasthof, der aber leider bis 17 Uhr geschlossen ist. Da es erst 15 Uhr ist, entschliese ich mich zur Weiterfahrt bis Mauthausen. Irgendetwas werde ich schon finden. Sind ja nur zehn Kilometer bis dahin. Ich finde eine Unterkunft direkt an der Donau, kann mich aber nicht entscheiden. So folge ich einem Hinweisschild auf Gasthof und Fremdenzimmer. Der Weg ist unglaublich steil und am Ende muss ich erfahren, dass man trotz leerem Parkplatz angeblich ausgebucht sei.

Was bleibt mir anderes über als den Weg wieder zurück nach unten zu fahren. Erst jetzt merke ich, wie unglaublich steil die Straße ist. Auf halber Strecke wird meine Hinterradbremse weich. Ich lasse immer wieder los, um sie zu kühlen und dann wieder zu bremsen. Am Ende kann ich die Geschwindigkeit gerade noch soweit drosseln, dass ich die letzte Kurve kriege. Ich fahre noch mal ein Stück weiter; mit einer Bremse, die immer noch nicht richtig zieht und einem Akku, der noch für 20 Kilometer Ladung verspricht. Da ich nach zwei Kilometern immer noch nichts gefunden habe, ziehe ich die Reißleine und kehre um.

Im Hotel „Donaueck“, vor dem ich zuerst schon gestanden habe, bekomme ich ein schönes Einzelzimmer für 45 Euro die Nacht. Es gibt auch einen Abstellraum für mein Rad, und es ist auch ein Stromanschluss vorhanden, sodass ich mein Rad direkt anschließen kann ohne erst den Akku aufs Zimmer zu schleppen.

Ich genehmige mir noch ein Bier in der Wirtschaft, anschließend eine warme Dusche und gehe danach direkt ins Bett. Der  Kilometerstand von 132 Kilometern sagt mir, dass die heutige Etappe 82 Kilometer lang war. Ich liege etwas vor meiner Planung, was Spielraum für eine kürzere Etappe läßt, falls es notwendig sein sollte.

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