Radtour von Passau nach Wien – Tag 1 (11.10.17)

Der Start meiner Tour gestaltete sich einigermaßen holprig. Ein stabiles Hoch, das einen goldenen Herbst versprach, ließ lange auf sich warten und Anfang letzter Woche erwischte mich seit über sechs Jahren das erste Mal eine Erkältung. Die setzte mich aber gleich für mehrere Tage außer Gefecht.

So verschob ich meine Tour immer wieder. Langsam wurde es eng mit der noch möglichen Zeitspanne. Der letzte Radzug zurück von Wien nach Passau fährt am 26. Oktober. Am Mittwoch den 11. Oktober war es dann soweit. Das Wetter schien die nächsten Tage stabil zu bleiben, über Spanien hatte sich ein Hoch gebildet, meine Erkältung hatte ich auch überstanden und so stand meiner Tour nichts mehr im Wege.

Um neun Uhr morgens fahre ich mit meinem Rad vom heimischen Hof zur S-Bahn nach Heimstetten, dem nächsten barrierefreien Bahnhof. Man muß ja das Rad auf den Bahnhof bekommen. Am Hauptbahnhof in München steige ich dann in den Regional Express nach Passau um, wo ich pünktlich um 12:43 Uhr eintreffe.

Hier beginnt meine Radtour nun wirklich. Bei Sonnenschein und blauem Himmel fühle ich mich großartig. Schnell lasse ich Passau hinter mir und befinde mich nun auf dem Donauradweg. Sehr angenehm finde ich, dass kaum noch Radfahrer unterwegs sind. Der Weg gehört mir fast alleine.

Kurz nach dem Kraftwerk Jochenstein lege ich die erste Rast ein. Langsam bekomme ich Hunger. Ich finde eine Bank direkt an der Donau neben der Statue der Nixe Isa, mit Blick auf den Jochenstein, einem Felsen in der Donau. Auf diesem befindet sich eine kleine Kapelle, die dem Heiligen Johann Nepomuk gewidmet ist. Im warmen Sonnenlicht verzehre ich zwei meiner selbstgemachten Fleischpflanzerln und das wohlschmeckende Brot der Hofpfisterei in München. Es ist so schön hier, dass ich mich zur Weiterfahrt überreden muß.

Nun geht es teilweise auf einer Autostraße entlang der Donau, die aber kaum befahren ist. Es ist schön, immer wieder einen Blick auf die Donau rechts zu werfen. Bald liegt Niederranna in Oberösterreich hinter mir und um ca. 16 Uhr erreiche ich die Pension „Zur Fährfrau“ in der Au an der Schlögener Schlinge der Donau. Ich hatte mir vom Zug nach Passau aus ein Zimmer reserviert, was aber nicht notwendig gewesen wäre, ich bin der einzige Gast. Hier endet auch die Straße und die Pension ist eines der letzten Häuser an diesem Weg. Wer weiter will, muß die Fähre nehmen, die aber nur Fußgänger und Fahrradfahrer transportiert.

Herr Pumberger, der Besitzer der Pension, betreibt nicht nur die Fähre, die Pension und ein kleines Cafe, sondern auch eine kleine Landwirtschaft mit Kühen und Schafen. Hühner laufen über die Wiese und die Haus- und Hofhündin Elsa bringt mir einen Ball und fordert mich zum Spielen auf. Nach ungefähr 20 Würfen hat sie wieder genug und legt sich wieder hin.

Ich erkunde die Umgebung noch ein bisschen mit dem Rad, kaufe mir zum Abschluss ein Bier in der Gaststube der Pension und liege bereits um 20 Uhr, nach 50 gefahrenen Kilometern im Bett. Ganz ohne Fernseher, Radio und Internet kann der Abend auch angenehm sein.

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