Gedanken sind frei

Während ich hier in der Sonne sitze und mein Blick über die Dünenlandschaft streift, gehen mir so verschiedene Gedanken durch den Kopf. Beim Beobachten einer Möwe kommt mir der Gedanke: „Kann dieses Tier eigentlich Freude empfinden?“ Ein Hund, denke ich, kann Freude empfinden. Er springt herum, wedelt mit dem Schwanz oder rollt sich am Boden. Offensichtlich ein Zeichen von Freude. Bei einer Möwe oder einer Kuh kann ich mir das weniger vorstellen. Oder können sie es nur nicht so zeigen, dass wir Menschen es erkennen können?

Plötzlich schrecke ich durch entferntes Maschinengewehrfeuer hoch. Ich brauche ein paar Sekunden, bis ich realisiere, dass in der Nähe ja ein Militärübungsgelände ist. Wohl gerade wieder Schießübung. Ich finde es furchtbar, was da unwiederbringlich an Rohstoffen und Chemikalien verballert wird. Und wozu? Ist Dänemark gerade von irgendwelchen Feinden bedroht? Kann man solche Übungen in der heutigen Zeit nicht anders abhalten, vielleicht mit elektronischen Gewehren? All die vielen Kriege auf der ganzen Welt, all das Leid, das Menschen anderen Menschen zufügen, möchte und kann ich mir nicht vorstellen. All die Rohstoffe, die dabei verheizt werden – unwiederbringlich verloren – nur um Menschen zu töten. Dafür ermahnen uns unsere Politiker unentwegt, dass wir Benzin sparende Autos fahren sollen. Wie viel verbraucht eigentlich so ein Panzer in der Stunde? Ich mag nicht darüber nachdenken.

Ein kleiner Spatz, der vor der Terrasse nach Nahrung sucht, reißt mich aus meinen trüben Gedanken. Ganz aufgeregt hüpft er durch das niedere Dünengras. Der Wind bläht sein Federkleid auf, bis er sich schnell wieder in eine andere Richtung wendet. Ein paar Flügelschläge und schon ist er wieder verschwunden.

Meine Gedanken aber kehren zurück, drehen sich um unsere Zukunft, um die unserer Kinder. Wir leben so, als gebe es kein Morgen mehr. Wie wollen wir bald 7 Milliarden Menschen ernähren, wenn es kein Erdöl mehr gibt und wir unsere Äcker wieder mit Ochsengespannen pflügen müssen? Dann wird ein Verteilungskrieg toben, den wohl nur wenige überleben werden. Die wenigen, die das tun, werden dann vielleicht, wenn sie Glück haben, noch genug Nahrung finden, um weiter zu leben. Aber was wird das für ein Leben sein?

Die Sonne verschwindet kurz hinter einer Wolke. Ich blicke mit zugekniffenen Augen in den Himmel und stelle fest, dass sie bald wieder erscheinen wird, worauf ich mich wieder in meinem Stuhl zurück lehne und auf ihre wärmenden Strahlen warte. Denn der schweren Gedanken sind es jetzt genug, ich kann ja doch nichts dagegen tun.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.