Höhenstraße, Hermannskogel und Kahlenberg

An meinem ersten ganzen Tag in Wien hatte ich einiges auf meinem Programm. Zuerst kam ich zwar nicht so recht in die Gänge, aber nach Frühstück, rasieren und anziehen ging es ja doch noch vorwärts. So hab ich mich um 09:30 auf den Weg von Klosterneuburg zum „Grüass Di a Gott“ Wirt neben der Höhenstraße, in der Sieveringer Straße 236, gemacht.

_DSC7654Dort auf dem leeren Parkplatz mein Auto abgestellt, die Kamera umgehängt, den Wanderstock in die Rechte genommen und los ging es. Direkt neben dem Gasthaus, das heute leider Ruhetag hatte, ging es den Weg bergan zu meinem Ziel, der „Habsburgwarte“ auf dem Gipfel des Hermannskogel, dem höchsten Berg von Wien mit seinen 524 Metern. Zahlreiche Sagen erzählen, dass in seinen Wäldern Feen, verwunschene Ritter und andere Geister hausen sollen.

_DSC7655Die Wegweiser erinnerten mich an Namen, die ich aus meiner Kindheit in Erinnerung hatte: „Rohrerwiese“, „Jägerwiese“ oder auch „Agnesbrünnl“ sind mir geläufig, weil die auch das Ziel unserer Sonntagsausflüge meiner Kindheit waren. Die Wiener haben ja das Glück, ein solches Waldgebiet vor ihren Toren zu besitzen.

Der Weg ging steil nach oben und ich freute mich über den Trainingseffekt. Ingesamt 3,5 km war die komplette Strecke, bei einer Steigung von durchschnittlich 12%. Ist für einen gesunden Menschen sicherlich nicht schlimm, für mich, nach meinem Schlaganfall aber schon ganz ordentlich.

_DSC7657Die riesigen Holzstapel entlang meines Weges ließen mich an den heimischen Ofen denken. Ich weiß auch nicht, immer wenn ich Holz sehe muß ich ans verheizen von selbigem denken.

Nach einem anstrengenden Aufstieg auf teils rutschigem, feuchtem Boden, stand ich endlich vor meinem Ziel, der Habsburgwarte. Ich kann nicht verstehen warum man ein so schönes Gebäude mit diesen Richtfunkantennen verunstalten muss. Ist es soviel Mehraufwand in angemessenem Abstand daneben einen Stahlmasten mit den Antennen zu errichten?

_DSC7661Leider war der sonst sicher beeindruckende Blick auf Wien, wegen dem sich nicht auflösen wollenden Hochnebel am frühen Vormittag, nicht vorhanden. Was solls. So ging es über einen teils, wegen seiner Steilheit atemberaubenden Weg, wieder nach unten. Ich weiß nicht warum dieser Weg in dem Buch „Wandern mit Kindern – Wiener Hausberge“ als geeignet ab drei Jahre beschrieben ist, wahrscheinlich nur dann wenn man das Kind auf dem Rücken trägt.

_DSC7677Wieder am Auto angekommen machte ich mich über die Höhenstraße auf zum Kahlenberg. Die Straße ist erstaunlich. Bis heute Kopfsteinpflaster. Man muß sich mal den Bau der Straße Anfang des 20ten Jahrhunderts vorstellen. All diese Steine mussten Arbeiter verlegen. Die Sperrlinie in der Mitte wurde mit weißen Steinen gelegt. Nie wieder streichen, hält ewig. Die Leitplanken aus Felsen. Als ich noch ein Kind war besaß mein Vater ein Motorrad mit Beiwagen, damit wir als Familie verreisen konnten. Ich weiß aber noch, dass er an manchen Wochenenden den Beiwagen abgeschraubt hat und dann mit dem Motorrad über die Höhenstraße geheizt ist, sehr zum Missfallen meiner Mutter. Man muss sich mal vorstellen auf dem rutschigen Kopfsteinpflaster.

Der Kahlenberg bietet einen schönen Blick über Wien, nicht viel mehr. Die Kirche kann nicht besichtigt werden und es wehte ein unangenehmer, starker Wind. Ein paar wenige Touristen liefen rum, ich begab mich daher bald wieder zum Auto und auf die Heimreise zu meinem Zimmer.

_DSC7671

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.