Stift Melk und die Heimfahrt

Schnell waren unsere wenigen Urlaubstage vorbei. Als wir heute Morgen unser Zimmer bezahlten, konnten wir von unseren Gastgebern noch einiges für uns interessantes über den Weinbau erfahren. So hatte es mich zum Beispiel interessiert, wie hoch der Ertrag auf einem Hektar wohl sei. Unser Gastgeber, selbst Weinbauer, erklärte mir das es maximal neun Tonnen seien. In einem schlechten Jahr muss man sich wohl aber auch mit fünf Tonnen zufrieden geben. Das ergibt dann jeweils zwischen 5000 und 9000 Flaschen Wein zu je 0,75 Litern, also einer Ausbeute von 75 % des Weintraubengewichtes. Mich interessieren solche Daten immer, da man sich als Stadtkind nicht vorstellen kann, wie hoch der Ertrag einer Fläche ist. Wir hatten noch eine schöne Unterhaltung und ich denke dass fast eine Stunde verging, bevor wir unsere Sachen ins Auto luden und uns auf den Heimweg machten.

Unser Weg führte uns am Ausgang der Wachau noch am Stift Melk vorbei, welches wir besichtigten. Ein weiteres riesiges Benediktinerkloster. Wir buchten eine Führung für 12:00 Uhr mittags.

Der Vortrag unserer Führerin, die uns reichlich mit Fakten zur Geschichte des Kloster und dem Stil des Barocks versorgte, ist kurzweilig und offensichtlich sehr fundiert. Die gesamte Anlage mit über 400 Räumen und mehr als 1.000 Fenstern wurde in einer Bauzeit von 38 Jahren errichtet. Das Geld dafür erwirtschaftete das Kloster unter dem sehr umsichtig agierenden damaligen Abt zum großen Teil selbst, aber auch die Habsburger unterstützten dieses Großprojekt gern mit großzügigen Zuwendungen. Außer dem weitläufigenTrakt mit den ehemaligen Empfangs- und Gästezimmern, der über die Kaiserstiege erreicht wird, sehen wir den pompösen Festsaal mit Fußbodenheizung und Orchesterbalkon, bevor wir die in ihrer Größe und Ausstattung atemberaubende Bibliothek besichtigen. Allein die barocken Deckengemälde in fast allen Räumen sind phänomenal. Manche Decken wirken gewölbeartig, dabei sind sie einfach plan. Eine besondere Maltechnik erlaubt diese Schummelei. Geschummelt wurde auch bei den Wänden: Nicht alles, was wie Marmor aussieht, ist tatsächlich aus diesem edlen Gestein. Vieles ist einfach nur Gips, Leim und Farbe. Das Barock ist deshalb auch bekannt als  Epoche der Illussion.

Im Stift Melk leben zurzeit noch 30 Mönche.  Der Trakt mit ihren Privaträumen und dem Kreuzgang im dazugehörigen Hof sowie die Räumlichkeiten des öffentlichen Gymnasiums bleiben jedoch vor den Besuchern verschlossen.

Abschließend wird uns ein selbständiger Besuch der Stiftskirche ermöglicht. Etliche reich verzierte Altare künden vom Reichtum dieses Klosters. 4,3 Kilo Gold sollen es sein, die das Blattgold in diesem Raum ausmachen. Schnitzereien und Gemälde –  unmöglich, ihre Details während eines einzigen Besuches zu erfassen. Über den seitlichen Altarnischen befinden sich zwei Stockwerke hoch Logen und Balkone. Wer mag wohl von dort am Gottesdienst teilnehmen? Ziemlich beeindruckt verlassen wir diese Kirche und das Kloster, um unseren Heimweg fortzusetzen.

(Der Text über das Stift Melk stammt von hafenhexes123)
 

Am weiteren Weg nach Hause machten wir noch einmal Station im Ort Mondsee am Mondsee. Der Wettergott hatte ein Einsehen mit uns und ließ den Regen kurz aufhören. Ich wußte das die Segelschule Mondsee, für die ich einmal als Skipper gearbeitet hatte und in der ich sehr viel Zeit meines Lebens verbracht hatte, verkauft worden war. Rudi, der ehemalige Besitzer, mußte ja auch schon um die 75 Jahre, wenn nicht älter sein. Oh Gott, wie die Zeit vergeht, ich bin ja auch schon 63. Zu meinem Erstaunen war außer der Farbe des Gebäudes der Segelschule eigentlich nichts verändert. Die Saison war zu Ende, alles menschenleer, mich beschlich ein ziemlich eigenartiges Gefühl. Ich dachte an die vielen Menschen die ich hier gekannt hatte und was sie wohl heute machen. Alles ziemlich bedrückend, was wohl auch am Wetter lag. Auch das alte Schiff „Helene“ der Mondsee Schifffahrt gleich neben der Segelschule gab es nicht mehr, es mußte offensichtlich einem modernen Fahrgastschiff weichen. So schlenderten wir, ich verloren in meinen Gedanken, Hand in Hand zurück zum Parkplatz unseres Autos.

Den weiteren Heimweg verschlief ich wohl größtenteils. Um ca. 19 Uhr sind wir wieder wohlbehalten, müde, aber glücklich auf den Hof unseres Heimes gefahren.

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