Vernunftentscheidungen sind nicht immer schön

So ist das leider. Ich habe lange überlegt, ob ich mein Schiff behalten soll oder nicht. Letzten Sommer stand es in der Scheune und dieses Jahr habe ich es wieder ins Wasser getan. Die Hoffnung war, dass ich es wieder wie früher nutzen kann. Aber es geht nicht, allein auf das Schiff und wieder herunter zu kommen ist schon mühselig. Meine linke Hand ist noch immer nicht soweit, um mal schnell zupacken zu können und schwimmen kann ich auch noch nicht wieder. Mit diesen Einschränkungen macht es keinen Spaß mehr. Ich bin immer darauf angewiesen, dass eines meiner Kinder mal Zeit hat, wenn ich segeln will. Sebastian macht ein freiwilliges Jahr bei der Bundeswehr, der fällt also schon mal aus. So war ich dieses Jahr ganze vier Mal beim Segeln!

Den Entschluss, mich von dem Schiff zu trennen, habe ich eigentlich schon im letzten Jahr getroffen. Allerdings wollte ich auch einen angemessenen Preis bekommen. Schließlich hatte ich viel investiert und das Schiff so in einen Topzustand gebracht. Die meisten Interessenten waren aber eher an meinem Liegeplatz als an dem Schiff interessiert. Ohne Liegeplatz wollten sie auch die Sunbeam 25 nicht kaufen. Langsam dachte ich, dass sich die ganze Sache von allein erledigt und ich auf diese Weise das Schiff doch behalte.

Bis letzte Woche ein Interessent aus der Gegend um Mannheim anreiste. Er hatte schon, als er kam den „Ich will es haben-Blick“ drauf. Es störte ihn auch nicht, dass der Motor bei der Vorführung kein Gas annahm; eine Mutter mit Feder hatte sich vom Gaszug gelöst. Nach kurzer Zeit waren wir trotzdem handelseinig. Er hatte das Geld in bar im Auto dabei. Gleich am nächsten Tag hatten wir Krantermin und zwei Tage später ging die Augizwo auf die Reise in ihre neue Heimat.

Dass es dann so schnell ging, hat uns alle ein bisschen geschockt. Andreas war abends total geknickt. Ich kann es verstehen. Meine beiden Jungs sind praktisch auf dem Schiff aufgewachsen, wir haben unsere ganze Freizeit da verbracht und seit diesem Jahr haben sie es auch schon alleine zum Segeln genutzt.

Auch ich war einige Tage sehr traurig, verbinden sich doch so viele Erinnerungen mit dem Schiff und dem See. Ich werde weitersegeln, mit Freunden am Meer, aber das ist nicht das Gleiche. Natürlich war die Entscheidung richtig, aber schön war es trotzdem nicht.

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