WTC, Lower Manhatten

One World Trade Center

One World Trade Center

Trotz der Zeitverschiebung habe ich relativ lange geschlafen. In diese Richtung kann ich mit dem Jetlag relativ gut umgehen. Für den Tag hatten wir eigentlich nichts besonderes geplant. Wir entschlossen uns dann aber doch, dem nahen New York einen Besuch abzustatten. Genauer gesagt dem World Trade Center, abgekürzt WTC, in Lower Manhatten. Im Hotel gab es eine Liste mit Möglichkeiten, wie man dorthin gelangen kann. Wir entschieden uns für die billigste Lösung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, den Public Transportations. Ich mag es, auf meinen Reisen die Menschen an den Orten, die ich besuche, kennen zu lernen. Zuerst mussten wir wieder an den Flughafen gelangen, wozu wir den Shuttledienst des Hotels in Anspruch nahmen. Von dort starteten wir mit dem Bus Nr. 62 zur Penn Station in Newark. Wir fuhren durch ziemlich ärmliche Wohngebiete mit hauptsächlich schwarzer Bevölkerung. Die offensichtliche Armut allerorts berührte mich. Die Häuser wirken heruntergekommen und ungepflegt, die Vorhänge meist schmutzig und vergammelt. An vielen Orten sitzen oder schlafen Penner.

Penn Station ist ein schöner alter Bahnhof. Wir suchten uns unseren Weg zum Path Train, der uns zum WTC bringen sollte. Als wir längere Zeit vor dem Fahrkartenautomaten diskutierend standen, kam uns ein freundlicher, junger, großgewachsener Schwarzer mit Baseballkappe zu Hilfe. Die Schlange hinter uns wurde auch schon immer länger. Schließlich schafften wir es, unsere Karten zu kaufen. Der Path Train selbst ist ungefähr wie unsere S-Bahn. Meine Gedanken schweifen ab und beschäftigen sich damit, ob die hier wohl die gleiche Spurweite haben wie wir. Ich versuche den Abstand der Schienen zu schätzen, gebe den Gedanken aber bald wieder auf. Meine Aufmerksamkeit wandert zu der Umgebung, durch die wir jetzt fahren. Industriegebiet, teilweise verlassen, verfallen, alles ziemlich öde. Ein Zug kommt uns entgegen. Ich versuche, die Waggons zu zählen. Irgendwann höre ich auf, es müssen an die hundert sein.

Am WTC angekommen kämpften wir uns erst mal an die Oberfläche. Es ist eine andere Welt. Außer ein paar demonstrierenden Schreinern, nur mehr Touristen, die die Baustelle an der die beiden Türme standen, besichtigen. Die Erinnerungen an die Anschläge und die furchtbaren Bilder, die damals um die Welt gingen, kommen hoch. Der Neubau schreitet gut voran. Der neue One Trade World Center Turm mit seinen 541 Metern ist fast fertig. Atemberaubend, wenn man davorsteht.

St. Paul's Chapel

St. Paul’s Chapel

Wir besichtigten als nächstes die alte St. Paul’s Chapel in unmittelbarer Nähe mit ihrem kleinen Friedhof. Es beeindruckt mich immer wieder, ich sah das auch schon in anderen Städten wie z.B. London, dass solche alten Gebäude in einer rundum neuen Umgebung überleben und so einen wunderschönen Kontrast herstellen.

Langsam packte uns der Hunger. Deshalb hielten wir Ausschau nach einem Ort, der unsere Begierde befriedigen konnte. Ich entdeckte viele Menschen, die mit Tüten in der Hand, in denen sich offensichtlich essbares befand, zurück in ihre Büros strömten. Das ist ein gutes Zeichen und wir folgten dem Strom in entgegengesetzter Richtung. Nach kurzer Zeit entdeckten wir die Quelle des nicht versiegen wollenden Stromes. Ein kleines Geschäft, bis unter die Decke voll mit leckeren Dingen. Salatbuffet, warmes Essen in riesiger Auswahl, frisch gemachte Sandwiches, Obst, Getränke – alles was das Herz begehrt. Die Auswahl fiel schwer. Wir entschieden uns schließlich für Pastrami Sandwiches, die wir auf einer Bank im Schatten eines Baumes gegenüber der City Hall verzehrten.

Derartig gestärkt besuchten wir noch die nahe gelegene Brooklyn Bridge, eine der ältesten Hängebrücken der USA. Von dieser aus hat man einen sehr schönen Blick auf Manhattan, den East River, Governor’s Island und die Freiheitsstatue.

Der Heimweg fiel genau in die Rush Hour und wir verbrachten den Weg größtenteils stehend zusammen mit den vielen Menschen, die nach getaner Arbeit ihrem Heim zuströmten.

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