Meine Tage in der Reha (04.09.12)

Die Woche ist von Montag bis Freitag gut ausgefüllt:  Um 7 Uhr stehe ich auf und mache mich fertig, bevor eine der Schwestern mit der Tagesration Tabletten und zum Blutdruck und Fieber messen kommt. Danach geht es zum Frühstücksbuffet in die Cafeteria und anschließend zu den Anwendungen. Ich bekomme Krankengymnastik zum Laufenlernen, Ergotherapie für den Arm und vor dem Mittagessen mühe ich mich auf dem Laufband. Nach einer kurzen Mittagspause heißt es um 14 Uhr ab in die Kraftkammer und eine Stunde lang Beintraining zum Muskelaufbau, hinterher gehe ich noch eine Stunde lang ins Armstudio.

In den Pausen zwischen den Anwendungen lese ich T.C. Boyle – mittlerweile habe ich zwei Kurzgeschichten-Bände und Riven Rock verschlungen und amüsiere mich jetzt – sehr passend – über Willkommen in Welville. In diesem Roman von T.C. Boyle geht es um Dr. Kellogg, seine Gesundheitsphilosophien und das Treiben in seinem Sanatorium. Wie auch in Dr. Kelloggs Klinik gibt es einen festen Tagesplan mit Abendessen ab 17:30 Uhr. Mit Lesen und / oder Fernsehen beschließe ich den Tag.

An den Wochenenden gibt es keine Anwendungen. Am Freitagnachmittag kommt Sabine und bleibt bis Sonntagabend. Sie mietet sich in einem schönen Hotel ein und gemeinsam machen wir Lenggries unsicher. Sabine schiebt mich mit dem Rollstuhl kreuz und quer durch den Ort, bergauf und bergab. Abends ist sie dann immer richtig geschafft. Dieses Wochenende waren wir am Samstagvormittag Schuhe kaufen, zum Mittag in der Klinik und am Nachmittag in einem sehr empfehlenswerten Cafe im Örtchen. Ich hatte Sachertorte mit Schlagsahne – himmlisch. Sonntagmorgen kam auch Claudia und gemeinsam sind wir an grünen Wiesen und malerischer Bergkulisse am Ortsrand spazieren gewesen, im Ort haben wir noch Petra getroffen und hatten eine schöne Zeit. Nachmittags wollten wir die netten Leute vom Bauernhofcafe heimsuchen, leider haben wir dort niemanden angetroffen und haben dafür in Lenggries ein weiteres Cafe ausprobiert. Der Kuchen war lecker, aber die Leute unangenehm doof.

Schon in Harlaching hat Sabine mich zum Scrabble spielen überredet und nun spielen wir jedes Wochenende eine Partie täglich. Sabine gewinnt immer, aber der Abstand wird kleiner. Langweilig wird uns jedenfalls nicht. Aber der Abschied am Sonntagabend, wenn Sabine wieder heimfahren muss, ist immer ein bisschen traurig.

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