Umzug in die Reha-Klinik (20.08.12)

Der Montag beginnt mit einer weiteren Blutabnahme und einer Ultraschalluntersuchung mit Kontrastmittel, wozu mir wieder ein Venenzugang gelegt wird. Das muss alles bis 11 Uhr erledigt sein, denn für diese Uhrzeit ist der Krankentransport angekündigt. Tatsächlich los geht es allerdings erst gegen 12 Uhr, was mir die Gelegenheit gibt, ein letztes Mal das Mittagessen in Harlaching zu geniessen. Ich kann mich nicht mehr erinnern, was an diesem Tag gab, es schmeckte auf jeden Fall wie immer: Als wenn die Krankenhausköche die Patienten für die Notwendigkeit, essen zu müssen, bestrafen wollen.

Während des Transportes von einer Klinik zur nächsten bleibe ich im Rollstuhl sitzen, sehe aber leider nur wenig vom Weg, denn nur ein kleines Stück oben an den Krankenwagenfenstern lässt einen Blick ins Freie zu. Obwohl ich mich auf die Reha freue, fühle ich mich gerade gar nicht wohl: Es ist heiß im Krankenwagen und dazu auch noch eng, ich fühle mich eingesperrt. Das bessert sich auch nicht, als wir in die Klinik erreichen, die aus mehreren kleinen Häusern angelegt ist, leider sind die Gänge ziemlich eng.

Die Ärzte, Krankenschwestern, Krankengymnasten, Ergotherapeuten sind alle sehr nett, aber ich will nur ins Freie. Zuerst werde ich eine Stunde untersucht, dann bekomme ich einen Rollstuhl und kann endlich ein wenig vor die Türe. Leider sind die Möglichkeiten sehr eingeschränkt, es gibt eine Terrasse und eine Wiese, aber alles ist längst nicht so weitläufig wie in Harlaching, und die Bäume am Rande verhindern die Sicht auf die umliegenden Berge. So habe ich – trotz dass soweit alles wunderbar ist – einen ziemlich traurigen Tag.

Angekommen

Am zweiten Tag habe ich nicht viel zu tun, weil erst noch ein Therapieplan zusammengestellt wird. Die Therapeuten kommen im Laufe des Tages vorbei und sehen sich meinen Zustand an.

Am Mittwoch, dem dritten Tag, geht es aber richtig los. Von morgens bis abends habe ich Anwendungen, dass mir den ganzen Tag der Schweiß auf der Stirn steht. Die Ergebnisse von drei harten Tagen machen mich aber sehr froh. Bis Freitag gehe ich schon einmal am Stock durch das Zimmer, gehe am Laufband erstmals ohne Hilfe und erklimme die Treppe in den ersten Stock nach oben und wieder nach unten. Alles ist noch sehr wacklig, aber die Krankengymnasten sind begeistert, was mir zusätzlich gut tut. Es sind ja gerade 14 Tage seit ich den Schlaganfall hatte.

Die meiste Zeit des Tages verbringe ich mit Muskeltraining in der Kraftkammer und arbeite hart, aber einen anderen Weg zum Erfolg gibt es nicht.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Umzug in die Reha-Klinik (20.08.12)

  1. brigittaindia2011 schreibt:

    wow Gerhard, absolutely great! Das liest sich so positiv, dass wir hier staunend sitzen und uns einen Wolf freuen, dass es so gut voran geht. Mal sehen, ob mein Wunsch – den ich hier noch nicht verrate – in Erfüllung geht.
    Weiter so, Gerhard. Alles Gute!
    Mit ganz herzlichen Grüssen Brigitta & Horst

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.