Eine unruhige Nacht (30.06.12)

Tagsüber war Segelregatta bei uns im Club. Es wurde um das Weiß-blaue Band gesegelt. Wir sind die Regatta nicht mitgefahren, denn wir hatten Besuch von Salli und seiner Tochter. Mit den beiden sind wir bei einigermaßen gutem Wind ein wenig rausgesegelt, aber, damit es der siebenjährigen Leonie nicht langweilig wurde, nicht allzu lange. Das war auch gut so, denn wir sind mit dem letzten Wind wieder zurück in den Hafen gekommen.

Nach der Siegerehrung haben wir uns auf ein Bier zur Regattagesellschaft gesetzt, was ganz unterhaltsam war.  Als sich am frühen Abend im Westen untrügliche Anzeichen einer Gewitterfront am Himmel zeigten, haben wir uns mit Werner auf den Steg gesetzt, dem Wetterleuchten zugeschaut und den Abend genossen.

An der Stegaußenseite hatten fünf Gastboote festgemacht. Die Crews waren vollkommen unbekümmert und beachteten das Wetter nicht. Ich dachte mir, sie werden schon wissen, was sie tun.  Dass es aber bei Westwind – und der war zu erwarten – an der Stegaußenseite außerordentlich ungemütlich, wenn nicht sogar gefährlich für die Boote werden konnte, schien die Skipper nicht zu interessieren.

Nach dem Wetterleuchten waren schnell die ersten richtigen Blitze im Westen zu sehen. Ein schönes Schauspiel, das die Natur zum Besten gab, aber dann brach schlagartig ein mächtiger Sturm los. Sabine und ich sind aufs Boot geflüchtet, Werner in sein Wohnmobil. Die Boote außerhalb schlugen gegen die Wellenbrecher, innerhalb weniger Minuten nahm der Wind weiter zu, auch war es  mittlerweile dunkel  geworden. Die Crews der Boote versuchten, Fender zwischen die Boote und die Wellenbrecher zu schieben, aber es half nicht viel. So wurde bald das erste Boot mit Mühe auf die Innenseite des Stegs, in den Hafen verholt. Um zu helfen, habe ich die freie Box neben meiner angeboten. So konnte sich neben der Sunbeam 25 noch ein Jollenkreuzer auf die sichere Seite retten. Mit nachlassendem Wind sind zwei der Gastlieger losgefahren. Das letzte Boot musste die Nacht außerhalb verbringen. Es konnte mit seinem Tiefgang nicht auf die Hafenseite gelegt werden.

Als alle Schiffe gesichert und vertäut waren, haben wir uns schlafen gelegt. In der Nacht kam dann nochmals ordentlicher Sturm auf und dabei muß es wohl passiert sein: Der hintere Poller, an dem mein Schiff und die andere Yacht hingen, ist einfach abgebrochen. Die Crew vom anderen Schiff ist ins Wasser und hat meinen Festmacher zum Steg verlängert und die eigene Leine um den Rest des verfaulten Pollers gelegt.

Als ich den Schaden im Morgengrauen bemerkte,  war ich natürlich nicht froh über die Sache. Wenn ich mir aber vorstelle, der Poller wäre während meiner Abwesenheit gebrochen, bin ich im nachhinein doch ganz froh, dass es in dieser Nacht passiert ist.

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