Amerika – Die Anreise (26.04.12)

Vor jeder größeren Reise bin ich die letzten Stunden ein bißchen nervös. Immer in der Angst, ich könnte etwas vergessen einzupacken. Doch was kann ich schon vergessen einzupacken? Alles was ich brauche ist der Reisepaß, eine Kreditkarte und die Flugtickets. Vielleicht noch die Adresse des Hotels für die erste Nacht. Socken oder ein T-Shirt kann ich auch unterwegs kaufen. Man braucht so wenig zum Leben, dessen werde ich mir in solchen Momenten wieder bewußt. Ich bin nicht mehr gefangen im Alltag, ich habe die Gedanken wieder frei für andere Dinge. Auch das dauernde Gefühl, irgendetwas könnte passieren, wenn ich sechs Wochen nicht daheim bin. Was soll schon sein? Kaum jemand bemerkt, dass ich nicht da bin.

Vor 20 Jahren war Reisen noch etwas anderes, da war man wirklich weg. Keine Verbindung nach Hause. Heute lasse ich mein Handy daheim, aber nur weil das alte Siemens ME45 in Amerika sowieso nicht funktioniert. Aber ich werde jeden Tag meine E-Mails lesen, meinen Blog schreiben und auch hin und wieder in eine heimische Online-Zeitung schauen. Früher gab es ein Kurzwellenradio, womit man die Deutsche Welle hörte. Wenn die Reise länger war, hat man eine Karte oder einen Brief geschrieben. Unerreichbar sein, kann man wohl nur, wenn man eine Reise macht, wie Paul Theroux sie in seinem Buch „Dark Star Safari“ beschreibt: „Overland from Cairo to Cape Town“.

Um 05:30 läutete der Wecker. Kaffee trinken, frischmachen und die letzten Sachen im Koffer verstauen. Man soll drei Stunden vor Abflug am Flughafen sein. Ist natürlich viel zu früh, aber ich treibe mich ja gerne in der Wartehalle rum. Der Flug ging dann allerdings absolut pünktlich los. Wir hatten wieder mal bei Delta gebucht, obwohl wir vor eineinhalb Jahren schon nicht sehr zufrieden waren. Und das auch noch als Lufthansa-Aktionär. Aber die Strafe folgte auf den Fuß. Die Bestuhlung ist so eng, dass man froh sein kann, wenn man nicht unter Klaustrophobie leidet. Das ganze Ambiente im Flugzeug macht einen etwas heruntergekommenen Eindruck und die Stewardessen hat man wohl aus einem Altenheim in Atlanta entführt. Manche machen einen etwas desorientierten Eindruck.

Um ca. 15 Uhr hatten wir den halben Reiseweg bereits hinter uns gebracht und ich stelle fest, dass wir dabei den Atlantik fast überquert haben. Daran kann man erkennen, wie weit im Süden Atlanta liegt. Unsere Flugroute geht über den Nordatlantik und dann mehr oder weniger an der amerikanischen Ostküste Richtung Süden. Leider nimmt mein Monitor im Sitz keine Eingaben mehr entgegen. Da aber alle anderen Monitore noch funktionieren und man das System schon einmal komplett neu gestartet hatte, werde ich wohl damit leben müssen.

Um ca. 16:30 Uhr, wir waren bereits über dem amerikanischen Festland, gab es ziemlich starke Turbulenzen. Kaffee trinken war schon eine Herausforderung. Die Stewardess hatte aber mittlerweile meinen Bildschirm neu gebootet und so konnte ich mir noch den Film „Marylin“ ansehen.

Um 14:15 Ortszeit sind wir gut in Atlanta gelandet. Unser Anschlußflug startete in zwei Stunden, so müßten wir genug Zeit haben für die noch notwendigen Dinge. Doch es waren unglaublich viele Menschen an der Imigration. Wir hatten uns auch noch in die langsamste Reihe gestellt. Von dort ging es ohne Probleme durch den Zoll und weiter die Koffer holen, wiederaufgeben und nochmal Security Check mit einer unüberschaubaren Menschenmenge. Jetzt wurde uns die Zeit langsam knapp. Sabine träumte bereits von einem Hotel in Atlanta auf Kosten von Delta Airline. Wir hatten es aber doch noch geschafft rechtzeitig an Bord der Maschine nach Charlotte zu kommen. Start war um 16:35 Uhr und nach nur 45 Minuten, um 17:20 Uhr, sind wir in Charlotte, unserem endgültigen Ziel für heute gelandet. Nach einer kurzen Wartezeit konnten wir unsere Koffer vom Band nehmen. Jetzt mußten wir noch unseren Leihwagen holen. Um zur National Autovermietung zu gelangen, mußten wir den kostenlosen Zubringerbus nehmen, was aber kein Problem war. Wir hatten einen Midsize SUV gebucht. Da allerdings nur ein SUV am Parkplatz stand, konnten wir nicht wie sonst üblich, aus einer Vielzahl von Fahrzeugen wählen. Es ist ein Jeep Liberty, fährt sich allerdings ganz gut. Die Fahrt vom Flughafen zum Hotel ging, trotz der Rush-Hour, einigermaßen flott. Jetzt werden wir bald ins Bett gehen, denn wir sind sehr müde nach dem langen Tag.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Amerika veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.