Kloster Lluc

Für die Tage auf La Victoria hatte ich mir kein großes Programm zusammengestellt. Ruhe, Entspannung, einfach das Leben genießen. Das ist schon mehr als genug. Ein paar Orte wollte ich aber trotzdem besuchen. Dazu gehörte als erstes das Kloster Lluc. Es liegt in einem sich weit öffnenden Tal mitten in der Serra Tramuntana, unterhalb der Straße Sóller-Pollensa. Die Anfahrt alleine ist schon ein Erlebnis. Eine schmale Straße führt über Berge und durch enge grüne Täler. Die raue, wilde Landschaft lässt den Atem anhalten. Das Wetter war etwas durchwachsen, aber trotzdem noch flip-flops-tauglich. Es ist Nachsaison und die wenigen Besucher verteilen sich gut auf den Klosterkomplex. Als erstes besuchte ich die Basilika, in der La Morenita, die berühmte schwarze Madonna steht. Die Legende besagt, dass im Jahr nach der Eroberung Mallorcas durch die Christen ein kindlicher Schafshirte mit Namen Lluc die Morenita in den Bergen fand und sie zum Priester der damals gerade neu erbauten Kapelle von Escorca brachte. Tags darauf war sie von dort verschwunden und tauchte an der alten Fundstelle wieder auf. Das wiederholte sich, bis man den Wink verstand: Ein weiterer Kapellenbau war angezeigt, genau dort, wo Lluc wieder und wieder die Figur gefunden hatte. Ich setzte mich auf eine Bank in der Kapelle und sah sie lange an. Sie sieht wunderbar aus. Ich stelle mir vor, wie die ersten Bewohner des Klosters wohl gelebt haben – in dieser fantastischen Gegend, wie das Kloster errichtet wurde und wie diese ganzen kunstvollen Gegenstände hergestellt wurden.

Anschließend besuche ich das dem Kloster angeschlossene Museum, das einen Querschnitt durch die Geschichte der Insel zeigt. Von urzeitlichen Funden bis hin zu modernen Kunstwerken gibt es vieles zu bestaunen. Die ungewöhnlichen Figuren der heiligen drei Könige gefallen mir ausgesprochen gut.

Als letztes besteige ich den Kalvarienberg. Der Prozessionsweg führt über eine breite Treppe hinauf bis zu einem mächtigen Kreuz am Gipfel des Berges. Von dort, aber auch schon vom Weg aus, hat man einen sehr schönen Blick über die Dächer des Klosters und das angrenzende Tal.

Nach dem Kloster Lluc stand noch Port Sòller auf dem Programm. In diesem Ort findet sich  der einzige sichere Hafen an der Nordseite Mallorcas, der mir bisher unbekannt war. Ihn anzulaufen kann nur bei einem Törn rund um die Insel sinnvoll sein. Er ist recht schön gelegen, der Ort ist touristisch ansprechend erschlossen – viel mehr gibt es darüber nicht zu berichten. Und ich habe ihn jetzt gesehen, wenn auch von Land aus.

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