Tag 3 in Wolkenstein (14.09.11)

Heute möchte ich eine Wanderung an den Crespeina See unternehmen, der See, in dem einst ein streitsüchtiger Drache gewohnt hat.

Ausgangspunkt ist der Parkplatz an der Seilbahn Talstation Dantercepies. Die Bahn bringt uns und viele andere Wanderer in gut zwölf Minuten auf eine Höhe von 2.298 m. Die Menschenmassen auf dem breiten Fußweg werden ab der  Clark-Hütte weniger, denn nun wird das Gelände steiler und der Weg enger. Ich merke die Anstrengung der letzten beiden Tage in den Beinen. Der Ausblick auf die Sella und das Grödner Joch unter uns entschädigt aber für die Mühen. Bald stehen wir auf dem Tschier Joch in einer Höhe von 2.469 m. Ein großes kahles Tal, das Val de Chedul liegt vor uns und wir durchqueren es auf einem annähernd ebenen Weg. Erst ganz am Ende erwartet uns noch einmal eine Steigung auf das Crespeina Joch auf 2.528 m. Nun wandern wir auf der Crespeina-Hochfläche, die als weites Karstplateau vor uns liegt. Der Dolomiten Höhenweg bringt uns in knapp 20 Minuten an die Senke des Crespeina Sees. Hier legen wir eine Rast ein.

Ich schließe die Augen und denke an die Geschichte der Drachen, die vor langer Zeit in diesen Seen gewohnt haben sollen. Der Sage nach hörte man immer wieder ein Grollen wie ferner Donner. Das rührte von den Drachen her, die hin und wieder ins streiten kamen und dann mit ihren schuppigen Schwänzen aufeinander losschlugen und das Wasser aufpeitschten. Oft verließen diese Drachen nachts ihre Seen und flogen über die Berge. Während des Fluges leuchteten sie in allen Farben und tauchten die Berglandschaft in ein gespenstisches Licht. Hie und da stiegen sie aus dem Wasser und rissen Schafe oder gar Ochsen und zerrten diese dann mit sich hinab in die Tiefe. Seitdem man aber auf den dortigen Bergen zahlreiche Eisenkreuze aufgestellt hat, hat man von diesen Drachen nie mehr etwas gehört oder gesehen.

Nach diesen Tagträumereien geht es aber nun weiter zum Ciampac Joch. Dieses liegt auf 2.366 m und hier kreuzen sich mehrere Wege. Einer führt zum Sassongher Joch und nach Kolfuschg, einer zur Puez-Hütte und einer direkt ins Langental. Diesen wollten wir ursprünglich nehmen. Doch nachdem uns mehrere Wanderer die den Weg nach oben gestiegen waren, davon abrieten, da der Zustand angeblich sehr schlecht war, entschlossen wir uns den Umweg über die Puez-Hütte zu nehmen. Gut fünf Kilometer mehr und dazu noch einige Höhenmeter, da die Puez-Hütte auf 2.475 m Höhe liegt. Das war uns aber das Risiko, das wir eventuell umkehren hätten müssen, wert. Von der Puez-Hütte stiegen wir dann über den Weg Nr. 14 ins Langental hinab. Der Weg durch das Langental bis zurück zur Talstation der Dantercepies Seilbahn ist ein wunderschöner Abschluss dieser schönen Wanderung.

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