Tag 2 in Wolkenstein (13.09.11)

Heute bot Patrick eine schwere Wandertour vom Pordoi Joch zum Grödner Joch über das Plateau der Sella Gruppe an. Höchster Punkt der Wanderung und absolutes Highlight war der Piz Boè mit einer Höhe von 3.152 Metern. Start der Tour war um 08.25 Uhr mit dem öffentlichen Bus vom Hotel aus. Der Bus fährt ca. eine Stunde bis zum Pordoi Joch. Von dort geht es mit der Seilbahn auf die Pordoi Spitze auf  2.952 m. Von hier, dem Refugio Maria geht es zuerst einmal abwärts zur Forcella Pordoi auf 2.846 m. Ich bin beeindruckt von den umliegenden Bergen. Im Süden die Marmolada, die ich ganz toll finde. Leider ist der Blick bis Venedig wegen Wolken nicht möglich. Patrick meinte, man könne aber die Gondoliere singen hören. Wenn man fest dran glaubt, dann soll es auch funktionieren. Ich bin sehr neugierig auf die Auswirkungen der Höhe. Auf meiner Zugspitztour im Juni hatte ich über 2.000 m Höhe bemerkt, dass jeder Schritt sehr anstrengend wurde. Ich war die Höhe einfach nicht gewohnt.

Von der Forcella Pordoi ging es nun stetig bergan, zuerst über einen leichten Pfad, dann aber mit Sicherungsseilen sehr steil die Wand hoch. Ich habe genau auf meinen Körper geachtet: Was macht der Puls, bekomme ich schwerer Luft, werde ich kurzatmig, wird mir schwindelig? Bedächtig einen Schritt nach dem anderen, stetig bergan. Wie hoch bin ich jetzt? 2.900, 2.950, 3.000… ? Die Spitze kommt langsam näher. Und endlich stehe ich auf der Piz Boè! 3.152 m hoch.

Ein unbeschreibliches Gefühl. Patrick, unser Bergführer, gibt einen mitgebrachten Schnaps aus für unsere Gruppe. Berg heil! Von hier ging es wieder abwärts zum Refugio Boè auf 2.873 m Höhe. Ich denke, dass ich mich ganz gut an die Höhe gewöhnt habe. Keinerlei Beschwerden, auch keine Müdigkeit beim Gehen. Allerdings habe ich auch versucht, mich nicht zu übernehmen. Alles schön langsam. An dieser Hütte stößt noch ein Pärchen zu uns, so dass unsere Gruppe nun auf zehn angewachsen ist. Jetzt geht es weiter über das Hochplateau der Sella auf dem Wanderweg Nr. 666. Später taufen wir ihn den Teufelsweg, denn 666 ist die Zahl des Teufels. Patrick zeigt uns einen Gipfel nach dem anderen, ich versuche mir die wichtigsten zu merken. In einem leichten Auf und Ab bewegen wir uns immer knapp an den 3.000 Höhenmetern und erreichen schließlich das Rifugio Cavazza al Pissadù auf 2.585 m neben dem Pisciadusee. Hier bleiben wir für eine kleine Pause. Schottische Wanderer tanzen, singen und klatschen vor der Hütte und sorgen damit für Unterhaltung.

Nach der Pause geht es weiter auf dem Weg Nr. 666, eine steile Schlucht hinunter an Sicherungsseilen. Der Weg ist ganz schön anspruchsvoll, aber wir kommen alle glücklich unten an. Am Ende der Schlucht erreichen wir nach einem etwa halbstündigen Weg das Grödnerjoch von wo wir mit zwei Autos abgeholt und zum Hotel zurückgebracht werden.

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